So warm wie nie zuvor

Strahlender Sonnenschein und klarer blauer Himmel über Schongau: An der Hohenpeißenberger Wetterstation wurde am vergangenen Samstag zum ersten Mal an einem Novembertag eine Temperatur von über 22 Grad festgestellt. Foto: Bauch

Novemberrekord am Hohenpeißenberg: Vergangenen Samstag wurden in der Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes frühlingshafte 22,3 Grad gemessen. Seit 1879 ist das der höchste Wert, der dort je an einem Novembertag registriert wurde. Besonders die Landwirte in der Region nutzten die warmen Tage intensiv.

Die Aufzeichnungen der Wetterstation am Hohenpeißenberg begannen im Jahre 1879. In den 4000 Novembertagen, die seitdem in den Messungen auftauchen, war der vergangene Samstag der wärmste. Auch der Durchschnittswert in diesem Monat liegt bisher mit 10 Grad deutlich über der normalen Monatsmitteltemperatur. Schuld an dem schönen Wetter tragen der Föhn sowie die Hochdruckgebiete über Europa. Der erfahrene Meteorologe Manfred Kronier, der seit 34 Jahren am Hohenpeißenberg das Wetter dokumentiert, weiß, dass sich das diesjährige Novemberwetter jedoch schnell ändern kann. „Wir haben ja noch einen halben Monat vor uns, aber bisher sind es schon Rekordwerte.“ Wenig Niederschlag gab es in diesem Jahr, denn es hat im November bisher kaum geregnet. Dafür schien die Sonne um so öfter. 46 Sonnenstunden hatte Kronier bis zum Dienstag gemessen. Zum Vergleich: Der Durchschnitt im November liegt bei 93 Stunden. „Es ist schon außergewöhnlich, aber es kann sich auch noch viel ändern,“ erklärt Kronier. Die Sonne und die milden Temperaturen laden natürlich nicht nur zum Bummeln und Cappuccino trinken ein, sondern auch die Landwirte können die letzten schönen Tage des Jahres noch einmal richtig nutzen. Auch Josef Schleich aus Peiting freut sich über die ungewöhnlich stabile Wetterlage. „Zwar kann man jetzt nichts mehr anbauen, doch die warmen Temperaturen machen uns die letzten Feldarbeiten und die Vorbereitungen auf das nächste Jahr leichter.“ Der Landwirt, der 34 Hektar Land bewirtschaftet, findet diesen Herbst daher „super für die Landwirtschaft“. Insbesondere für die Tiere sei das Wetter geradezu ideal: „Es ist jetzt noch draußen auf der Weide und außerdem gibt es kaum noch Fliegen oder Mücken“, sagt Schleich. „Das Vieh fühlt sich auf gut bayerisch gesagt sauwohl.“ Den sonnenhungrigen Menschen dürfte es da wohl ähnlich gehen.

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