Zarges-Mitarbeiter demonstrieren auf Firmengelände für Forderungen der IG Metall

"Mehr Zeit für uns !"

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Vor dem Werkstor der Firma Zarges demonstrierten die Mitarbeiter für die Forderungen der IG Metall.

Weilheim – Gut 130 Demonstranten machten am vergangenen Mittwoch vor dem Werkstor der Firma Zarges mit Fahnen und Trillerpfeifen lautstark auf sich aufmerksam. Auch sie sind auf den Zug der seit letzter Woche andauernden Warnstreiks im Rahmen der Tarifauseinandersetzungen aufgesprungen, zu denen die IG Metall bayernweit aufgerufen hatte.

Früh morgens reißt er die meisten Menschen schrill und erbarmungslos täglich aus ihren Träumen – der Wecker. Genau solche wurden von der IG Metall symbolisch für „mehr Zeit“ verteilt. „Mehr Zeit“, eine Forderung, die auch in den drei Reden von Wacky Hain, Betriebsratsvorsitzender bei Zarges; Andreas Kohl, Katholische Arbeiter Bewegung und Daniela Fischer, IG Metall Weilheim, deutlich wurde.

„Arbeitszeit ist Lebenszeit“, betonte Kohl. Demnach seien Arbeitszeiten, die nur von den Beschäftigten Flexibilität erwarten würden, nicht mehr zeitgemäß. Eine modernere Arbeitszeitgestaltung würde helfen, den Stress zu verringern und die Menschen am Arbeitsplatz länger gesund bleiben zu lassen, so Kohl. Die IG Metall fordert einen Anspruch für alle Beschäftigten, ihre Arbeitszeit für bis zu zwei Jahre auf bis zu 28 Stunden zu reduzieren. Ein Rückkehrrecht zur 35-Stunden-Woche soll eingeschlossen sein. Weiter sollen Arbeitnehmer mit zu pflegenden Angehörigen oder Kindern unter 14 Jahren das Recht auf eine Arbeitsverkürzung und einen Entgeltzuschuss von monatlich 200 Euro haben. Auch sechs Prozent mehr Geld für eine Laufzeit von zwölf Monaten war eine der Forderungen.

Dies unterstrich auch Hain. Die Flexibilität unter den knapp 380 Mitarbeitern von Zarges in Weilheim sei sehr hoch. In dem Unternehmen gebe es keine Leiharbeiter. Wenn es daher zum Beispiel durch Krankheitsfälle zu Engpässen kommt, würden diese intern gelöst werden. Diese Flexibilität der Mitarbeiter werde jedoch nicht vergütet, so Hain. „Das müsste den Arbeitgebern was wert sein“. Die Firma stehe in puncto Wechsel von Vollzeit zu Teilzeit gut da. Allerdings gibt es kein Rückkehrrecht.

Zarges produziert hauptsächlich Logistikgeräte aus Aluminium, Transportboxen, Koffer, Steigtechnik, Leitern, Staffeleien und Gerüste. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 35 Stunden pro Woche. „Daran halten wir auch fest“, sagte Hain.

Sollten die Parteien bei der dritten Verhandlung kommenden Montag in Nürnberg zu keinem Ergebnis kommen, versicherte Fischer, „werden wir uns nächste Woche hier wieder sehen“.

Von Maria Lindner

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