In Weilheims Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt steht ein besonders schönes Exemplar

Weihnachtskrippe verbindet Generationen

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Beim Krippe bauen, so Joachim Heberlein, gibt man ein Stück innere Stimmung preis. 

Weilheim – Da strahlen die Kinderaugen um die Wette, wenn sich nach dem Münz- einwurf die Türen des Kirchleins öffnen, das Christkind zur Begrüßung herausfährt und eine Weihnachtsmelodie erklingt. Warum der Holzbrunnen daneben, in den ständig Wasser fließt, niemals überläuft? Dr. Joachim Heberlein lacht: Diese Frage bekommt er in der Weihnachtszeit oft zu hören.

An der Glasscheibe in der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt, hinter der Heberlein samt Helfern die Krippe aufgebaut hat, drücken sich die Kinder die Nasen platt. Auch Erwachsene stehen andächtig davor. Seit 29 Jahren ist der Weilheimer Kunsthistoriker und Theologe (38) beim Aufbauen der Krippe dabei, die mit 17 Quadratmetern zu den größten und schönsten in Bayern zählt. Ein Teil ihres 280 Figuren und Tiere zählenden Bestandes stammt aus dem 18. Jahrhundert. Neben der Bernrieder Klosterkrippe hat hier am Seitenaltar auch die Hauskrippe vom einstigen Weilheimer Mesner Rid eine Heimat gefunden. Die jüngsten Figuren sind in der Werkstatt des Oberammergauer Bildhauers Herbert Haseidl entstanden.

Über 200 Jahre alt und „stein- hart“ sind die Wurzeln aus dem Weilheimer Moos, mit denen zum ersten Advent auf einem Podium die Krippenlandschaft geformt wird. Einen Bauplan gibt es nicht. Deshalb schaut die Krippe, deren Inventar bis zum Abbau 14 Tage vor Ostern laufend um Szenen ergänzt wird, jedes Jahr anders aus. Die bildhafte Darstellung des Evangeliums, sagt Heberlein, muss lebendig und veränderbar sein. Zehn Männer helfen beim Aufbau mit, Heberleins Mutter Renate sorgt für die Kleidung der Figuren. Joachim Heberlein führt Regie als „Krippenbau-Generaldirektor“, wie er sich scherzhaft tituliert.

Zu den Besonderheiten der Weilheimer Krippe zählt, dass das Jesuskind auf dem Arm seines Nährvaters Josef liegt und eine Portraitfigur an jenen verstorbenen Elektriker erinnert, der sich um die Elektrifizierung dieser Weihnachtskrippe verdient gemacht hat. Als wichtige Figur hebt der 38-jährige Weilheimer das Symboltier für Christus und die Auferstehung, den Löwen hervor: „Wenn der nicht drin steht, ist die ganz Krippe nix!“

Von Maria Hofstetter

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