Besuch im historischen Gedächtnis der Stadt

Auf Spurensuche

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„Überwältigender Besucheransturm“: Stadtarchivar Dr. Joachim Heberlein (re. im Trachtenjanker) ließ bei seinen Führungen keine Frage offen.

Weilheim – Gut 200 Interessierte warfen am bundesweiten Tag der Archive trotz strahlendem Frühlingswetter einen Blick hinter die Kulissen des Weilheimer Stadtarchivs.

Stadtarchivar Dr. Joachim Heberlein stellte bei seinen drei Führungen in gewohnt humorvoller Weise das Archiv als Institution sowie seine Geschichte und die Bestände vor. Von den Urkunden – die älteste datiert aus dem Jahre 1306 – über die Amtsbücher, von denen ein großer Teil durch mehrere Stadtbrände vernichtet wurde und die daher erst mit dem Jahr 1520 beginnen –, spannt sich der Bogen bis hin zu den Magistratsakten, den verschiedensten Rechnungsbüchern und vielem anderen Interessanten mehr.

Eine historische Fotosammlung sowie Karten- und Planmaterial bieten der Bevölkerung im Weilheimer Stadtarchiv die Möglichkeit, das Bild der Vergangenheit zu vervollständigen.

Eine Ausstellung bot den Besuchern an jenem Sonntag Einblick in die vielfältigen Schätze des Archivs. Neben einer Ablassurkunde aus dem Jahre 1479 gab es ein Adelsdiplom zu entdecken und neben einer Handwerksordnung der Bader und Wundärzte auch noch einen Speisezettel für das städtische Realschulpensionat. Karten, ob gemalt oder gedruckt, zeigten den ehemaligen Ammerkanal, und ein handgeschriebenes Kochbuch lud mit einem Rezept „Affenmünder zu backen“ zum Schmunzeln ein.

Auch Weilheims Künstler, wie Franz Xaver Schmädl oder die Honoratioren der Stadt, vertreten durch einen 1790 ausgestellten Wasserbrief samt Wassersteften (Metallstift, Anm.d.Red.) für den „Bräuwastl“ Johann Hipper, waren vertreten. Auf die Möglichkeiten, sich im Archiv auch auf die Spuren der eigenen Familie zu begeben, wies Stadtarchivar Heberlein mit einigen Unterlagen über seine 1850 geborene Ur-Ur-Ur-Großmutter Maria Quien, geb. Gistl, hin.

Der Besuch machte deutlich, dass das Archiv keine Ablage staubiger Papierstöße ist, sondern ein lebendiger Zeuge der Vergangenheit und das unverzichtbare historische Gedächtnis der Stadt.

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