Weilheim: Abschied von evangelischer Kirchengemeinde

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Sie alle verließen zum 1. September das Hauptamtlichen-Team der evangelischen Apostelkirche. V.li.: Pfarrer Corvin Wellner, Pfarrerin Ulrike Fries-Wagner, Diakonin Ruth Grünwald und Religionspädagoge Oliver Schneider.

Weilheim – Manchmal kommt’s dick, so auch bei der evangelischen Apostelkirche, die zum 1. September vier Mitarbeiter verabschieden musste. Pfarrerin Ulrike Fries-Wagner, Pfarrer Corvin Wellner, Diakonin Ruth Grünwald und Religionspädagoge Oliver Schneider wechselten in neue Aufgabenbereiche.

Das zeitgleiche Zusammentreffen der Abschiede ist aber „maximaler Zufall“, wie es Dekan Jörg Hammerbacher im Gemeindebrief nannte. 1997 begann Fries-Wagner, damals als Vikarin, ihren Dienst in der Apostelkirche. Abzüglich eines Jahres Pfarrerin zur Anstellung in München-Riem und zweimal Elternzeit brachte sie es als Dienstälteste der ausscheidenden Hauptamtlichen auf 20 Jahre in der Kreisstadt. Hier prägte sie vor allem die Jugendarbeit entscheidend mit und war tragende Säule der Krankenhausseelsorge. Genau diese Passion, Kranke seelsorgerisch zu begleiten, ist auch Grund für ihren Wechsel: Seit 1. September hat sie die zweite Pfarrstelle für Krankenhausseelsorge in München-St. Matthäus inne. „Das Beste an der Zeit in Weilheim waren all die wunderbaren Menschen, die ich hier kennenlernen durfte“, resümiert sie ihre Jahre bei der Apostelkirche. Ganz verlieren sie die Weilheimer aber nicht, denn sie wird weiterhin in der Kreisstadt wohnen und nach München pendeln.

„Im Gehen entstehen Wege“, sagt Pfarrer Wellner über seine Entscheidung, künftig als Pfarrer im Schuldienst an einer staatlich anerkannten katholischen Realschule nördlich von Dachau als evangelischer Religionslehrer zu arbeiten. Schon bevor er vor drei Jahren in die Apostelkirchengemeinde kam, war er viele Jahre als Pfarrer in der Region tätig gewesen. „Leben ist immer ein Hinterfragen bislang gegangener Wege und fordert zum Aufbrechen ins Ungewisse und Unbekannte heraus“, meint Wellner, der auch für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich zeichnete. Sein Weggang bedeutet abermals eine „Vakanz“. Die frei werdende Stelle wird frühestens im neuen Jahr besetzt werden, seine bisherigen Aufgaben übernehmen vorübergehend die verbleibenden Hauptamtlichen.

Weg und doch noch irgendwie da ist seit Monatsanfang auch Diakonin Grünwald, die auf eine ganze Stelle im Jugendwerk Weilheim wechselte, das die Jugendarbeit im Dekanat betreut. Als sprachlich immer noch praktizierende Fränkin war sie bald nach ihrem Start 2017 in Oberbayern angekommen. Sie fand sich hier schnell in das System der Jugendarbeit ein, das vor allem wegen seiner außergewöhnlichen Konfirmandenarbeit weithin bekannt ist.

Dabei prägte sie diese aber nachhaltig auch durch ihren Stil und ihre Kreativität. Gerade im letzten halben Jahr, als wegen Corona beinahe alles im Bereich der Jugendarbeit zum Erliegen kam, war sie es, die neue digitale Wege suchte, um mit ihrem Klientel in Kontakt zu bleiben. Bemerkenswert zum Beispiel die „Oster-Challenge“ via Zoom, die als Ersatz für die Osternacht durchgeführt wurde. Auch der Kirchenvorstand sieht in Grünwalds neuer Aufgabe eine „Chance zu neuen Netzwerken und gegenseitiger Inspiration“.

Religionspädagoge Schneider, ein Weilheimer Urgestein, wechselte zum 1. September zurück in den Schuldienst, nachdem er knapp zwei Jahre in verschiedenen Funktionen in der Kirchengemeinde eingesetzt war. Er teilte sich die Stelle der gemeindlichen Jugendarbeit mit Grünwald, die nun wieder als volle Stelle besetzt wurde mit Alexander Irmer. „Vor zwei Jahren dachte ich: Jetzt habe ich meinen Traumjob gefunden!“, so Schneider, der mit der Apostelkirche seit Kindheitstagen eng verbunden ist. Dennoch bedeutete die Tätigkeit in der Herkunftsgemeinde für ihn auch, sich oft nur schwer abgrenzen zu können. Als Schulreferent organisiert er den evangelischen Religionsunterricht in den Landkreisen Starnberg, Weilheim-Schongau und Landsberg. Eine Tätigkeit, die mit der Aufgabe als Religionslehrer besser vereinbar ist, wie Dekan Hammerbacher im Gemeindebrief angemerkt hat.

Von Bianca R. Heigl

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