Altlastensanierung auf altem Stadtwerkegelände: Jetzt sind die kontaminierten Hotspots dran

Aus der Tiefe geholt und fortgeschafft

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Jetzt geht es in die Tiefe, wo sich die kontaminierten Hotspots befinden. Das stark belastete Erdreich wird ausgehoben, sofort abgefahren und fachgerecht entsorgt.

Weilheim – Der ehemalige Standort der Stadtwerke an der Krumpperstraße gleicht einer großen Baustelle. Die Altlastensanierung ist voll im Gange und kommt laut Stadtwerke-Vorstand Peter Müller „gut voran“.

Nach dem Gebäudeabriss und den Verbauarbeiten für den Tiefbau – Spundwände und Betonbohrpfahlwände halten das nicht zu sanierende Erdreich zurück und machen den Aushub in die Tiefe möglich – wurden die nicht so stark belasteten Bereiche ausgehoben.

Derzeit geht es in die Tiefe zu den kontaminierten „Hotspots“. „Das sind die am stärksten belasteten Sanierungsbereiche aus der historischen Stadtgasproduktion“, berichtet Müller. In Weilheim wurde diese Mitte des letzten Jahrhunderts geschlossen, nachdem das Stadt- durch Fernerdgas ersetzt wurde.

Das stark belastete Erdreich wird ausgehoben und ohne Lagerung abgefahren, da es diffundieren könnte, was zu stärkeren Geruchsbelästigungen führen würde. Durch den sofortigen Abtransport wird auch vermieden, dass das Material bei Regen ausgewaschen wird und erneut den Boden verunreinigt.

„Für diese Maßnahmen gelten sehr hohe Sicherheitsanforderungen“, betont André Behre. Diese seien zum Schutz der Bevölkerung sowie für die Baustelle selbst und die auf ihr beschäftigten Fachkräfte nötig, führt der Assistent der Geschäftsführung bei den Stadtwerken und Leiter des Projektes „Sanierung Krumpperstraße“ aus. Unter anderem soll die Beregnung zur Verminderung der Staubbildung dazu beitragen, dass die Geruchsbelästigung möglichst gering gehalten wird.

An der Baustelle werden regelmäßig an verschiedenen Punkten mit einem Photo-Ionen-Detektor (PID) Messungen durchgeführt. Auch wenn die Nase je nach Wind- und Wetterlage etwas anderes wahrnimmt, seien bisher weder innerhalb noch außerhalb des Grundstücks auffällige Werte gemessen worden, stellt Behre fest. Außerhalb des Baugrundstücks seien aufgrund der großen Luftverdünnung keine erhöhten Schadstoffkonzentrationen in der Luft und damit keine Gesundheitsgefährdung zu erwarten.

Auch der Arbeitsschutz auf der Baustelle ist je nach Einsatz gemäß den rechtlichen Vorgaben streng gestaffelt. Es gibt einen ausgeklügelten Arbeitssicherheitsplan mit getrennten „Schwarz-Weiß-Bereichen“, wobei schwarz für kontaminiert steht und weiß für nicht kontaminiert. Die Baustellensanierer sind je nach Einsatz mit Vollatemschutz, Mehrweg- und Einmal-Schutzanzügen bis hin zur Stiefelwaschanlage ausgestattet. Die Fachkräfte in den Baugeräten werden über Filteranlagen mit Frischluft versorgt.

„Wenn alles auch weiterhin nach Plan läuft, ist die eigentliche Sanierung bis Ende Mai abgeschlossen und die Baustelle kann dann bis Juli geräumt werden“, stellt Stadtwerke-Chef Müller in Aussicht. Danach könnte das zentrumsnahe Grundstück dann „uneingeschränkt“ seiner Folgenutzung zugeführt werden.

Von Kreisbote

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