Weilheim bald "HaLT"-Standort? – Erfolgreiches Projekt zur Vermeidung von Alkoholmissbrauch soll weitergeführt werden

Die Preisträger der Aktion „No Alc for Kids“ tragen dazu bei, dass Jugendliche lernen, verantwortungsvoll mit Alkohol umzugehen. Dafür gab es am vergangenen Donnerstag Auszeichnungen vom Gesundheitsamt. Foto: Privat

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kATHARINA GSÖLL; Weilheim – Im Landkreis Weilheim-Schongau mussten in den Jahren 2007 und 2008 insgesamt 125 Jugendliche stationär wegen Alkoholvergiftung behandelt werden. Darum startete das Gesundheitsamt im Jahr 2009 das Projekt „Wir geben HaLT“. Bei der Abschlussveranstaltung am vergangenen Donnerstag präsentierte Dr. Karl Breu, Leiter des Gesundheitsamtes im Landkreis, die Erfolge des Projektes. Immerhin von 66 im Jahr 2007 auf 49 im Jahr 2010 sind die Fallzahlen von stationären Aufnahmen alkoholisierter Jugendlicher im Landkreis zurückgegangen. „Während 2009 die Mädchen noch einen Anteil von 51 Prozent einnahmen, ging dieser auf 35 Prozent im Jahr 2010 zurück“, berichtete Breu. Mit „Wir geben HaLT“, das angelehnt ist an das „HaLT - Hart am Limit“-Projekt des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit, werden neben einem breiten präventiven Angebot alkoholisierte Jugendliche und deren Eltern unmittelbar nach der Erstbehandlung im Krankenhaus durch Fachleute der psychosozialen Beratungsstelle beraten und motiviert, Folgeangebote anzunehmen. „Ich könnte mir gut vorstellen, Weilheim in die Riege der ,HaLT’-Standorte aufzunehmen“, so die Überlegung von Dr. Georg Walzel vom Gesundheitsministerium dazu wie die Erfolge der beiden Aktionsjahre weitergeführt werden können. „HaLT – Hart am Limit“ ist ein Suchtpräventionsprojekt, das aus zwei unterschiedlichen Bausteinen besteht. Zum einen werden Jugendliche nach stationär behandelter Alkoholvergiftung mit dem sogenannten „Brückengespräch“ meist noch im Krankenhaus angesprochen. Zusätzlich zu diesen Einzelberatungen für betroffene Jugendliche (und ihre Eltern) erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem riskanten Konsumverhalten im Rahmen eines Gruppenangebotes. Ergänzend dazu steht eine Präventionsstrategie mit dem Ziel, Alkoholexzesse im Vorfeld zu verhindern – durch Vorbildverhalten von Erwachsenen im Umgang mit Alkohol, konsequente Einhaltung des Jugendschutzgesetzes und Sensibilisierung der Bevölkerung. Aber nicht nur die Jugendlichen selbst, vor allem die Erwachsenen, die an den „Schnittstellen“ stehen, also Mitarbeiter in Supermärkten, Tankstellen, Getränkemärkten oder Gaststätten und Ehrenamtliche in Vereinen müssen erreicht werden, wenn es darum geht, Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen zu verhindern. Seit 2007 führen Petra Regauer vom Gesundheitsamt, Volker Greiner und Marin Gerl von der psychosozialen Beratungsstelle der Herzogsäg- mühle deshalb im gesamten Landkreis Weilheim-Schongau Schulungen für Verkaufs- und Kassenpersonal durch. Das Personal wird dazu von den Firmen freigestellt. Die teilneh- menden Geschäfte, Supermärkte, Gaststätten und ehrenamtlichen Festveranstalter bekommen Urkunden und können Plaketten mit der Aufschrift „No Alc for Kids“ in ihren Geschäfts- und Veranstaltungsräumen aufhängen. Bei der Abschlussveranstaltung am Donnerstag wurden alle Teilnehmer mit Preisen ausgezeichnet: die Realschule Peißenberg, das Gymnasium Weilheim, die Mittelschulen Peißenberg und Schongau, die Gemeinden Huglfing, Peißenberg, Peiting, die Stadt Weilheim und die Stadt Penzberg, zwölf Vereine aus dem Landkreis, die Rewe-Märkte in Weilheim, Peißenberg und Penzberg, Biomichl, Jet-Tankstelle Weilheim, Tankstelle Vogl in Peißenberg und die Restaurants Massimo und Schildbürger in Weilheim.

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