Stadtrat beschließt Erhöhung der Beiträge für städtische Kindergärten und Krippen

Mittelweg gefunden

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Bei der Frage um eine moderate Erhöhung waren sich alle Träger der Kindertagesstätten im Stadtgebiet einig.

Weilheim – „Dieses Geld kommt den Kindern zugute“, so die dritte Bürgermeisterin Angelika Flock (CSU) in der letzten Sitzung des Stadtrates, als es sich um die Festsetzung der Benutzungsgebühren für das kommende Kindergartenjahr drehte.

Auf eine moderate Erhöhung der Elternbeiträge hatten sich zuvor bereits die Vertreter aller Kindertagesstätten im Stadtgebiet bei ihrer alljährlichen Besprechung geeinigt.

Bisher wurden die Gebühren für Kindergärten und Kinderkrippen zwar jährlich konsequent erhöht, allerdings nur um geringe Beträge. Dabei folgte die Stadt folgendem Muster: In einem Jahr wurden die Beiträge um vier Euro für Krippenkinder und um zwei Euro für Kindergartenkinder erhöht. Im darauffolgenden Jahr wurden die Gebühren um drei Euro pro Buchungszeit für Kindergartenkinder und um sechs Euro pro Buchungszeit für Kinderkrippenkinder gesteigert. Diese Methode wurde bis jetzt im Wechsel angewandt. Darauf hatte sich der Stadtrat vor „bestimmt über zehn Jahren“ geeinigt, sagte Karin Groß, Leiterin der Hauptverwaltung der Stadt, auf Nachfrage. Sie stellte den Tagesordnungspunkt im Stadtrat vor.

Vermutlich wäre an diesem Verfahren auch nichts geändert worden, hätte sich das Staatsministerium für Arbeit und Soziales nicht eingeschaltet. Laut einem Newsletter des Ministeriums sei eine konkrete Staffelung von je zehn Prozent pro Buchungszeitkategorie, ausgehend von der Kategorie eins (drei bis vier Stunden Betreuung) vorgesehen, mindestens jedoch fünf Euro je Kategorie. Bei einer solchen Anhebung wären die bisherigen Erhöhungen in einigen Buchungskategorien deutlich überschritten worden. Damit die Eltern, die zuvor beispielsweise nur zwei Euro mehr zahlen mussten, davon nicht allzu hart getroffen werden, wurde vorgeschlagen, in der ersten Buchungskategorie auf eine Erhöhung der Elternbeiträge für das kommende Kindergartenjahr zu verzichten. Allerdings wird danach nicht exakt um zehn Prozent erhöht. Vielmehr wurde versucht „einen Mittelwert“ zwischen den geforderten zehn Prozent und den „bisherigen moderaten Erhöhungen“ zu finden, sagte Groß. „Ich glaube, das ist uns auch gelungen.“

So sah das auch Flock, das Geld käme den Kindern zugute, womit ihr und ihren Kollegen gar nichts anderes übrig bliebe, als dafür zu stimmen. So geschah es dann auch: die Erhöhung wurde ohne Gegenstimmen abgesegnet. Diese Abstimmung betraf zwar nur die städtischen Kindertagesstätten, allerdings werden auch die Kindertagesstätten, die von anderen Trägern geleitet werden, dieser Regelung folgen. Konkret werden an Gebühren im nächsten Kindergartenjahr, abgesehen von der ersten Stufe, vier Euro mehr für Kindergartenkinder und sechs Euro mehr für Krippenkinder fällig. Generell scheint Weilheim in diesem Bereich nicht zu „sparen“. Im vergangenen Jahr glich die Stadt ein Defizit von knapp 3,2 Millionen Euro aus, welches durch alle Kindertagesstätten im Stadtgebiet zustande gekommen war.

von Sofia Wiethaler

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