Schwierige Zeiten für Innenstädte

Weilheim bemüht sich um Förderung

Weilheimer Innenstadt
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Gerade während des ersten Lockdowns war in Weilheims Innenstadt wenig los. Das soll nicht das Bild der Zukunft sein. Deshalb plant die Stadt ein großes Maßnahmenpaket.
  • Stephanie Novy
    VonStephanie Novy
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Weilheim – Schon seit Langem ist es abzusehen. Die Innenstädte in Deutschland verändern sich – hohe Mietpreise, aufblühender Onlinehandel und dann noch die Pandemie. Auch in Weilheim macht sich das bemerkbar. Die Stadt möchte mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket die Innenstadt wieder aufblühen lassen.

„Die Pandemie hat eine Entwicklung beschleunigt, die sich schon vorher abgezeichnet hat“, so Marion Lunz-Schmieder (CSU) in der jüngsten Stadtratssitzung. Für die Stadträtin gelte es deshalb „Innenstadt neu zu denken“.

Genau das soll auch passieren. Und dabei spielt die Pandemie der Stadt sogar in die Hand. Der Freistaat Bayern hat nämlich einen Sonderfonds ins Leben gerufen. 100 Millionen Euro werden dabei für Maßnahmen zur Verfügung gestellt, die Bayerns Innenstädte wiederbeleben sollen. Die Stadt Weilheim hat sich bereits für den Sonderfonds bei der Regierung beworben, wie Jutta Liebmann, Leiterin des Amtes für Standortförderung, Kultur und Tourismus, in der Sitzung erklärte. Der Antrag auf Förderung zur Belebung der Innenstädte geht auf die Initiative des Handelsverband Bayern e.V. zurück, wie dessen Ortsvorsitzender Josef Wiedemann dem Kreisboten gegenüber mitteilte. „Den ebenso von mir angeregten Förderantrag ‚Fitnessprogramm Innenstädte‘ konnten wir nicht für uns gewinnen“, erklärte Wiedemann außerdem.

Eine Förderquote von 80 Prozent steht bei der aktuellen Förderung durch den Freistaat in Aussicht. Allerdings wies Liebmann auch darauf hin, dass sich schon 3,3 mal mehr Kommunen beworben hätten, als es Förderplätze gibt. Um also einen Teil des Kuchens abzubekommen, braucht es überzeugende Maßnahmen. Dafür hat Liebmann mit Betroffenen aus der Innenstadt ein Konzept entwickelt. Darin ist zum Beispiel vorgesehen, leerstehende Räume anzumieten. Diese könnten dann für maximal 24 Monate zur Zwischennutzung an Einzelhändler oder auch Kulturschaffende vermietet werden. Genug Zeit, um neue Konzepte auszuprobieren und neuen Geschäften eine Chance zu geben, sich in der Stadt einen Namen zu machen. Allerdings, so erklärte es Liebmann, müsste der Eigentümer den Mietpreis um 30 Prozent senken – ansonsten greift die Förderung nicht. Auch bauliche Investitionen sind im Zusammenhang mit der Zwischennutzung denkbar.

Das Marketing soll ebenfalls stärker ausgebaut werden. Zielgruppenorientiert und digital. Es gehe auch darum, das „touristische Potential“ zu nutzen. Der erste Schritt dafür ist mit der erweiterten Tourist-Info am Marienplatz (wir berichteten) bereits getan. Nicht zuletzt soll auch die Aufenthaltsqualität gesteigert werden. Eine bessere Beschilderung, Sitzmobiliar, Spieleinheiten für Familien – wie etwa ein Bodentrampolin – die ersten Ideen bestehen schon. Auch Aktionen auf dem Weihnachtsmarkt oder eine Einkaufsnacht sollen wieder mehr Menschen in die Innenstadt locken.

Eine Lenkungsgruppe soll in den nächsten Wochen die einzelnen Maßnahmen konkretisieren und weitere Ideen ausbauen. Dieser Gruppe gehören Vertreter aus Wirtschaft, Kultur, Politik, dem Einzelhandel und auch des Bauamts an. Außerdem soll auch ein groß angelegter Zukunftsworkshop, wie es die CSU/FDP-Fraktion in einem Antrag anregte, bei der Realisierung helfen.

Im Stadtrat waren viele positive Stimmen zu hören. Lunz-Schmieder schlug vor, auch über die eigenen Landkreisgrenzen hinaus zu blicken. Maßnahmen in anderen deutschen Städten könnten auch für Weilheim funktionieren. Brigitte Gronau (Grüne) meinte, die Stadt brauche ein Alleinstellungsmerkmal. Als Beispiel nannte sie das Kandinsky-Projekt auf dem Marienplatz (wir berichteten). Stefan Zirngibl (CSU) sprach derweil von „Hilfe zur Selbsthilfe“ für die Einzelhändler. Zudem wies er darauf hin, dass es durchaus auch positive Entwicklungen gab. Wie etwa in der Pöltnerstraße, in der es – trotz Corona – Neueröffnungen gegeben habe.

Ob die Stadt eine Förderung vom Freistaat erhält, soll noch im Sommer aufkommen. Aber selbst wenn nicht, so Liebmann, wird Weilheim mit den Maßnahmen vorangehen. Wobei Bürgermeister Markus Loth (BfW) die Unterstützung der Bürger hervorhob: „Wenn die Menschen das Angebot nicht annehmen, können wir uns noch so anstrengen.“

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