131 Handwerkerinnen und Handwerker bei Feier in der Weilheimer Stadthalle freigesprochen – Sechs Innungssieger ausgezeichnet

Eine gute Berufswahl getroffen

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Die Innungssieger vorne v. li. Marinus Angerer (Betrieb Johannes Angerer Zerspanungstechnik, Rottenbuch); Paul Emmerdt (Matthias Keseberg, Grainau); Ramona Saur (Christian Taufratshofer, Hohenfurch) und hinten v. li. Kilian Waldherr (ReAL GmbH, Bad Tölz); Dominik Klobeck (Markt-Metzgerei Klobeck, Weilheim) und Thomas Karg (Schlosserei Stefan Zirngibl, Weilheim) zusammen mit Roland Streim (vo.re.) und Stefan Zirngibl (hi.2.v.re.). Für die musikalische Gestaltung sorgte die Big Band des Gymnasiums Weilheim.

Weilheim – Mit ihrer Entscheidung, eine Ausbildung zum/zur Handerwerker/in zu machen, hätten die Lehrlinge sicher eine gute Wahl getroffen, sagte Weilheims dritte Bürgermeisterin Angelika Flock bei der Freisprechungsfeier am Freitagabend. Handwerker aus Deutschland seien in der ganzen Welt gefragt, so Flock weiter.

Auch Regina Bartusch, zweite stellvertretende Landrätin, sprach in der Stadthalle zu den 131 Junghandwerkern. Sie selbst durfte vor fünf Jahren der Freisprechungsfeier ihres Sohnes beiwohnen, für Eltern sei das ein „erhebendes Gefühl“. Zudem seien die Fähigkeiten eines Handwerkers heute mehr gefragt als je zuvor. Bartusch freute sich „ganz besonders“, dass sich die Lehrlinge für eine Ausbildung in diesem Bereich entschieden haben. Denn mit einem Handwerk käme man weiter als mit tausend Gulden, zitierte Bartusch ein altes Sprichwort.

Eine solche Veranstaltung sei schon etwas Besonderes, sagte Dr. Burkhard Küster, Leiter der Berufsschule Weilheim, der ebenfalls seine Grußworte an die Junghandwerker richtete. Im Bereich der Berufsschule würde man die Leistungen der Lehrlinge sehr deutlich sehen, so Küster. Zusammengerechnet würde die Schulzeit an der Berufsschule während der Ausbildung nur von September bis Ostern andauern. Wenn man bedenke, was die Junghandwerker in dieser Zeit gelernt haben, sei das eine Leistung, „die ihresgleichen sucht“.

Sichtlich stolz auf die vielen Freizusprechenden war auch Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl, der zusammen mit Roland Streim, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Oberland, durch den Abend führte. Innerhalb eines Jahre hätten 400 neue FacharbeiterInnen für die Handwerksbetriebe im Oberland gewonnen werden können. Zudem gab es bei der Anzahl von neu abgeschlossenen Lehrverträgen innerhalb eines Jahres eine Steigerung von über 20 Prozent. Auch für dieses Jahr rechnet Zirngibl mit Zahlen auf ähnlich hohem Niveau. Durch solche Zahlen wären auch die hohen Investitionen in die berufliche handwerkliche Ausbildung gerechtfertigt.

Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen werde in den kommenden Jahren circa 8,2 Millionen für seine Berufsschule aufwenden, der Landkreis Weilheim-Schongau habe bereits etwa zwei Millionen „in unserer“ Berufsschule in Schongau angelegt und „wird in unsere Berufsschule in Weilheim etwa 64 Millionen Euro investieren“, sagte Zirngibl. Insgesamt würden somit etwa 75 Millionen in den kommenden Jahren in die berufliche Ausbildung im Oberland investiert werden. Diese Zahlen würden „klar und deutlich“ die Wertschätzung beruflicher Ausbildung und damit des Handwerks zum Ausdruck bringen. „Diese hervorragenden Zahlen zeigen aber auch: Mit einer bestandenen Ausbildung im Handwerk können Sie mit Recht stolz auf sich sein“, sagte Zirngibl zu den Junghandwerkern. Die berufliche Bildung sei keine Sackgasse oder „Bildung zweiter Klasse“, eigentlich sei sie der „Königsweg“ zum beruflichen Erfolg.

Als Gründe für die Attraktivität des Handwerks nannte Zirngibl die Freude an der Arbeit, da jeden Tag etwas anderes, etwas Neues geboten sei. Des Weiteren gab er das familiäre Miteinander in den meist kleinen Betrieben und die Möglichkeit an, in der Heimat leben und arbeiten zu können. Als „wirklich entscheidendes“ Kriterium führte Zirngibl allerdings die Verlässlichkeit und die Sicherheit an, die das Handwerk nach wie vor bietet. Vor allem in Hinblick auf Verpflichtungen und die Verantwortung, die die Junghandwerker in den nächsten Jahre wahrscheinlich übernehmen werden, meinte der Kreishandwerksmeister, dass ein sicherer Arbeitsplatz das wirklich Entscheidende sei.

Von Sofia Wiethaler

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