Sommerfreuden im Gartenparadies

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Gärtner aus Leidenschaft: Ingeborg und Heiner Putzier

Weilheim – Fast jede freie Minute verbringen Ingeborg und Heiner Putzier in ihrem privaten Paradies, das sie sich im Weilheimer Ortsteil Unterhausen in jahrelanger Arbeit geschaffen haben.

„Schon meine Kindheit habe ich in einer Gärtnerei in der Pfalz verbracht“, erklärt der Hausherr seine Leidenschaft, „meine Mutter war Gärtnermeisterin und mein Opa wurde Tomatenschorsch genannt.“ Bereits der Wohnhausbau hatte vor eineinhalb Jahrzehnten für Gesprächsstoff im Ort gesorgt: Eine Seitenwand steht schräg und trotzdem bis heute stabil. Eine gigantische Kletterhortensie bedeckt fast die komplette Eingangsseite. Um zwei Seiten des Gebäudes läuft eine Holzterrasse, auf der wie im 250 m2 großen Garten unzählige Töpfe stehen – hier lassen sich schöne Sommertage in vollen Zügen genießen. „Das war nicht alles genau so geplant, sondern ist im Laufe der Jahre entstanden“, sagt das Ehepaar. Heute wächst, gedeiht und blüht es überall, dass man kaum weiß, wo man zuerst hinschauen soll. Es gibt farbenprächtige Blumen und Büsche, Johannis-, Himbeeren und Brombeeren, Basilikum, Pfefferminze und Petersilie, Felsenbirnen und vieles mehr.

„Mit der Zeit haben wir einiges ausprobiert und Erfahrungen gesammelt, was im Garten wächst und was nicht.“ Seine Kräuter und Gemüse baut das Paar ohne Dünger und Insektizide an. „Die Ausbildung zum Blühbotschafter hat vor zwei Jahren einen weiteren Schub in Richtung Insektenschutz ausgelöst“, sagt Heiner Putzier. So tummeln sich auf dem Grundstück Ameisen, Bienen, Igel, Käfer, Schmetterlinge und Vögel, „denn wir haben gelernt, auch Tiere und Pflanzen zuzulassen, die wir vor zehn Jahren noch bekämpft hätten“.

Dazu gehört auch eine gewisse Unordnung im Garten: Es gilt ein Verbot von Rasenkantenschnitt. Neben Hauskater Willi gibt es viele andere Mitbewohner, die allerdings aus Ton oder Blech sind und den Garten schmücken, wie Gans Rosa, Schwein Hugo oder Fisch Nemo.

Seinen Wahlspruch „Her mit dem schönen Leben“ versteht das Paar eher als Verzicht auf alles Überflüssige, „denn Vollkommenheit entsteht nicht dann, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern, wenn man nichts mehr wegnehmen kann“. Tomaten und Zwiebeln schätzen die beiden besonders und kochen gern mit Zutaten aus dem eigenen Garten. „Wir versuchen viele Pflanzen aus Samen der im Vorjahr angebauten Gemüse zu ziehen und tauschen unsere Erfahrungen mit Gleichgesinnten beim Pflanzen-Tauschmarkt aus.“ Auch seltene Kräuter werden in Unterhausen getestet und alte Gemüsesorten ausprobiert. Zur Lagerung von Wurzelgemüse und Kartoffeln gibt es eine selbstgebaute Miete, kompostiert wird mit Hilfe effektiver Mikroorganismen in umfunktionierten Regentonnen.

Ingeborg und Heiner Putzier gehören dem Netzwerk „Gartenwinkel-Pfaffenwinkel“ an und sind am Austausch mit Menschen interessiert, die sich für eine natürliche Lebensweise mit sauberen und fairen Lebensmitteln entscheiden. Ihr Gartenparadies kann nach Anmeldung unter Tel. 0881/9279 834 besichtigt werden.

Von Peter Stöbich

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