Weilheim wird grüner

Klimaausschuss beschäftigt sich mit Neupflanzung und Erfassung städtischer Bäume

Ein Baum auf einem Grünstreifen.
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Nicht nur über die Zahl der Baumneupflanzungen sprach man im Klimaausschuss, sondern auch darüber, wie viel beziehungsweise wenig Platz die Stämme bekommen.
  • vonAntonia Reindl
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Weilheim – Da scheint jemand viel spazieren gegangen zu sein. Jedenfalls konnte Dr. Claus Reindl in den vergangenen Wochen freudig feststellen, dass in Weilheim hie und da Bäume neu gepflanzt wurden. Überrascht dürfte er davon aber nicht gewesen sein, immerhin hatte er vor etwa einem Jahr für die BfW einen Antrag mit der Anregung, an Feld- und Flurwegen Bäume zu pflanzen, eingereicht und war damit auf Wohlwollen im Klimaausschuss gestoßen. Nun wollte Dr. Reindl in der jüngsten Sitzung des Gremiums erfahren, wie viele Bäume gesetzt wurden.

Eigentlich sind es gleich zwei Fragen, die Dr. Reindl beantwortet wissen will, nämlich, wie viele Bäume entlang der Feld- und Flurwege und wie viele Bäume im gesamten Stadtgebiet in der letzten Pflanzzeit angepflanzt wurden. Man habe nicht nur Ersatzpflanzungen vorgenommen, man habe auch Lücken gefüllt, erklärt Manfred Stork von der Bauverwaltung. Ein Beamer wirft die Zahlen der Neupflanzungen aus dem Herbst 2020 und dem Frühjahr 2021 auf die Leinwand im großen Saal der Stadthalle. Im Stadtgebiet wurden demnach 74 Bäume sowie über 250 Wildsträucher in die Erde gesetzt. Noch nicht eingerechnet: Pflanzungen in den Neubaugebieten. Im Außenbereich belässt man es nicht bei Zahlen, sondern wird hinsichtlich Standort und Baumart konkret: drei Birken fanden am Feldweg in Richtung Blasweiher Platz, doppelt so viele an der Moosstraße und zwei Exemplare zusammen mit einer Ulme Am Ölschlag. Zwei weitere Ulmen gesellen sich gemeinsam mit einer Schwarznuss zum Dietlhofersee, vier Exemplare des Bergahorns schlagen mittlerweile an der Straße zum Schloss Haarsee Wurzeln und auf der Obstwiese am Prälatenweg sollen 15 Apfelbäume künftig Früchte tragen.

Zu den städtischen Bäumen im Allgemeinen hat dann noch Petra Arneth-Mangano (SPD) ein paar Fragen. Zum einen möchte die stellvertretende Sprecherin der SPD-Gruppe wissen, woher das Wasser für die Bewässerung städtischer Bäume komme. Derzeit gebe es keine Zisternen, man greife auf Leitungswasser zurück, antwortet Stork. Auch möchte Arneth-Mangano in Erfahrung bringen, ob die Stadt ihre Bäume und an diesen vorgenommene oder vorzunehmende Pflegemaßnahmen festhalte. Ein Baumkataster erfasse alle städtischen Bäume, eine generelle Baumschutzordnung gebe es nicht. Man könne Bäume auf Privatgrund nicht so einfach mit aufnehmen, dafür „haben wir nicht die Rechtsgrundlagen“, erläutert Stork. Wie viel Sauerstoff durch das Stadtgrün produziert wird, eine weitere Frage von Arneth-Mangano, werde bislang nicht festgehalten, dies werde wohl aber eine Aufgabe der künftigen Klimaschutzmanagerin, die im kommenden Sommer ihre Arbeit aufnimmt, sein (Bericht folgt). Ein Dorn im Auge ist Arneth-Mangano der geringe Platz, mit dem so mancher Baum in der Stadt leben beziehungsweise wachsen muss. „Beim Spazierengehen sieht man, dass Bäume oft bis zum Stamm zugebaut worden sind“, kritisiert die stellvertretende Sprecherin der SPD-Gruppe die Ausführung der Baumscheiben. So sieht das auch Gerd Ratter (ÖDP), der glaubt, dass der Raumbedarf der Wurzeln zu wenig berücksichtigt werde. Dass Wurzeln nicht immer viel Platz bekommen, liege daran, dass Bäume oft in Grünstreifen gepflanzt werden, erklärt derweil Stork. Grundsätzlich gelte aber, „je größer der Platz desto besser“, fügt der Mann von der Bauverwaltung noch hinzu.


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