Stadt Weilheim zieht Bewerbung als Standort zurück

Weilheim sagt Nein zur Landesgartenschau

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Mehrheitlich sprachen sich die Räte gegen eine Bewerbung für die Landesgartenschau aus.
  • Stephanie Novy
    vonStephanie Novy
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Weilheim – Ja oder Nein zur Landesgartenschau? Zunächst gab es von Seiten der Stadt Weilheim noch großes Interesse. Doch mittlerweile kamen Zweifel auf und von der anfänglichen Begeisterung für das Projekt ist nicht mehr viel übrig geblieben. Während im Bauausschuss zunächst noch an einer Bewerbung festgehalten wurde, sorgte die jüngste Stadtratssitzung für klare Verhältnisse. Mehrheitlich sprachen sich die Räte gegen eine Bewerbung aus. Was nicht allen einleuchtete.

Es war bereits der zweite Anlauf. Denn schon 2018 hatte sich die Stadt für die Landesgartenschau 2024 beworben. Geklappt hat es damals nicht. Doch so leicht aufgeben wollte der damalige Stadtrat nicht. Zumal die Bayerische Landesgartenschau GmbH laut der Stadt Weilheim durchaus Interesse an der Kreisstadt als Standort gezeigt hatte. Und so ging noch im selben Jahr nach einem Stadtratsbeschluss eine Interessensbekundung an die GmbH.

Stand heute: Die Stadt müsste ihr Interesse nochmals bekunden und bis April nächsten Jahres ihre Bewerbung einreichen. Die Chancen stünden dann gar nicht mal so schlecht, dass die Landesgartenschau tatsächlich nach Weilheim kommt. Doch in einer Bauausschusssitzung Ende April hatte sich gezeigt, dass das Vorhaben auf wackeligen Beinen steht. Erster Bürgermeister Markus Loth schlug vor, auf das Jahr 2032 auszuweichen, wie aus dem Sitzungsprotokoll hervorgeht. So habe man noch mehr Zeit für die Planung. Die neun Anwesenden der Sitzung stimmten dem Bürgermeister letztlich zu und votierten mit knapper Mehrheit (5:4) für eine Interessensbekundung für 2032.

Rund drei Wochen später stand das Thema dann wieder auf der Tagesordnung im Bauausschuss. Dort ging Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt-Sommer auf das Konzept ein, dass die Stadt 2018 für die Bewerbung entwickelt hatte. Ihr Fazit: Vieles darin sei mittlerweile bereits umgesetzt worden. Es bräuchte also ein komplett neues Konzept. Nicht verwunderlich, seien damit allerdings ein intensiver Arbeitsaufwand und hohe Kosten verbunden. Das schienen auch die Ausschussmitglieder so zu sehen und stimmten allesamt gegen die Aufrechterhaltung der Bewerbung.

Nun lag es schließlich am Stadtrat eine endgültige Entscheidung zu treffen. Bürgermeister Loth sprach sich gegen eine Bewerbung aus. Stadtrat Klaus Gast (CSU) stimmte ihm zu. Er bezeichnete die Landesgartenschau als „Prestigeprojekt“. Wenn man diesem nicht mehr hinterherlaufe, habe man „die Hände frei“ für andere Dinge. Ullrich Klinkicht (Weilheim Miteinander) konnte einer Bewerbung nichts Positives abringen: „Wenn wir uns darauf konzentrieren würden nicht jedes Fleckchen zu zubetonieren, dann bräuchte es auch kein Trostpflaster.“„So ganz leuchtet mir der Sinneswandel nicht ein“, hielt allerdings Manuel Neulinger (Grüne) dagegen. In den vergangenen drei Wochen habe sich doch schließlich nichts verändert. Neulinger war sich jedoch sicher, dass die Landesgartenschau die Stadt „touristisch aufwerten“ und so für einen „Push“ im Bereich Tourismus sorgen könne. „Wir berauben uns gewisser Chancen.“ Deshalb war Neulinger auch dafür, dass bestehende Konzept zu überarbeiten und eine Bewerbung „mit vertretbaren Mitteln“ zu wagen. Doch sowohl die Stadtbaumeisterin als auch Loth hielten dagegen: zu großer Aufwand, zu teuer. Vor allem in der pandemiebedingt angespannten Finanzsituation. Roppelt-Sommer ergänzte, dass die Verwaltung bereits am Tag darauf mit der Erarbeitung eines neuen Konzeptes anfangen müsste. „Es bräuchte dann auch eine große Bürgerbeteiligung.“ Momentan sehe sie auch einfach kein Konzept, „mit dem wir konkurrenzfähig sind“.

Diese Begründung schien die Mehrheit der Stadträte zu überzeugen. Sie stimmten letztlich gegen eine Bewerbung für die Landesgartenschau. Nur vier Grünen-Stadträte wollten daran festhalten.

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