Statt Gastronomie künftig Büros

Aus fürs Pit Two

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Das Pit Two schließt. Zum letzten Mal ist am 29. April geöffnet.

Weilheim – Es ist eine Nachricht, die Svenja Loho und Florian Deckert schwerfällt, doch sie sehen keinen anderen Ausweg: Am 29. April macht das Pit Two zum letzten Mal auf. Danach ist Schluss. Es wird auch keine neue Kneipe in der Lohgasse folgen. In dem Gebäude werden Büros eingerichtet.

Eigentlich wussten sie, als sie das Lokal im Mai 2013 übernahmen, auf was sie sich einlassen. Loho arbeitete zu diesem Zeitpunkt bereits seit zehn, Deckert seit fünf Jahren dort. Sie kannten die Stammgäste, das Personal und waren mit den Vorlieben der Besucher vertraut.

Es sind nun vor allem gesundheitliche Gründe, die die beiden Betreiber der Bar mit Restaurant dazu bewegt haben, die Reißleine zu ziehen. „Wir haben uns übernommen mit dem Ganzen“, gesteht Loho. „Vielleicht wäre für den Einstieg etwas Kleineres besser gewesen“, pflichtet Deckert ihr bei.

Beide haben seit zwei Jahren keinen Urlaub mehr gemacht, steckten ihre ganze Energie ins Pit Two. Irgendwann wurde es zu viel. Der Stress wurde zu viel, die Verantwortung zu groß. „Wenn wir selber nicht mehr hundert Prozent geben können, wirkt sich das auch auf die Qualität aus“, möchten die beiden „lieber jetzt aufhören, als erst, wenn es zu spät ist“. Das Schlimmste sei gewesen, sind sie sich einig, die Hiobsbotschaft den Mitarbeitern zu verkünden. Auch den Gästen die Entscheidung mitzuteilen, sei hart.

Eigentlich wäre der Pachtvertrag noch weitere drei Jahre gelaufen. Gerne hätten Loho und Deckert auch einen geeigneten Nachfolger für den Gastronomiebetrieb gesucht. Vor allem, um ihrem Personal eine Option zum Verbleiben anzubieten. Doch bei der Firma Schöffmann, der das Gebäude gehört, bekam dieser Vorschlag keine Zustimmung. Der Elektrobetrieb braucht selber Platz und möchte daher in das Haus an der Lohgasse eigene Büroräume bauen.

Daher muss auch das komplette Inventar raus – von Gläsern und Kücheneinrichtung über Stühle bis zum Tresen. „Falls jemand Interesse hat, kann er sich gerne bei uns melden“, hofft Loho wenigstens einen Teil noch sinnvoll weitervermitteln zu können.

Zwar sind sie und Deckert äußerst traurig, dennoch erinnern sie sich auch an viele schöne Zeiten im Pit Two. „Wir möchten uns für die zwei Jahre bedanken, bei allen Gästen, die da waren.“

Wie es weiter geht, das wissen sie selbst noch nicht. „Erst mal mit dem Ganzen abschließen“, sagt Loho, „und dann einfach nur arbeiten.“

Von Ursula Gnadl

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