IHK nimmt zu vermeintlichem Flächenverbrauch der Wirtschaft Stellung

Bekenntnis zum Wachstum

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In der IHK-Geschäftsstelle v. li. Dr. Robert Obermeier, IHK-Chefvolkswirt; Klaus Bauer, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses und Jens Wucherpfennig, Leiter IHK-Geschäftsstelle

Weilheim – „Was wir brauchen ist ein Bekenntnis zum Wachstum“, sagte Klaus Bauer, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Weilheim-Schongau, vor Kurzem beim Pressegespräch in der IHK-Geschäftsstelle.

Hintergrund der Veranstaltung sei das von Bündnis 90/Die Grünen Bayern gestartete Volksbegehren „Damit Bayern Heimat bleibt – Betonflut eindämmen“, mit dem der Flächenverbrauch in Bayern drastisch begrenzt werden solle, so Bauer. Zudem würde durch die Berichterstattung und politischen Reden der letzten Wochen ein falsches Bild entstehen, was den Flächenverbrauch durch die Wirtschaft anbelange. Laut den offiziellen Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik würden nämlich über 90 Prozent der Flächen im Landkreis landwirtschaftlich genutzt werden oder seien Natur. Industrie und Gewerbe würden dagegen nur 0,5 Prozent der Fläche im Landkreis belegen (Stand 31.12.2016). Handel und Dienstleistungen lagen bei 0,2 Prozent. Ein Ende des Wirtschaftsbooms sei derzeit nicht absehbar, die Städte und Gemeinden des Landkreises müssten auch zukünftig flexibel auf die Wünsche und Anforderungen der bei ihnen ansässigen Unternehmen reagieren können. Ansonsten würden sie sich langfristig dorthin orientieren, wo die Standortfaktoren besser sind. Daher lehnt die IHK eine pauschale Flächen-Obergrenze kategorisch ab. Durch eine solche Beschränkung würden die Bereiche Wohnen, Gewerbe, Verkehr und Freizeit unnötiger Weise in Konkurrenz gesetzt werden.

Stattdessen schlägt die IHK auch für kleinere Kommunen ein aktives Flächenmanagement vor. Dafür seien Punkte wie das Ausschöpfen des Innenentwicklungspotentials und die Erweiterung des Baurechts bei vorhandenen oder geplanten Bebauungsplänen notwendig. Des Weiteren plädiert die IHK dafür, interkommunale Kooperationen zu verstärken, da eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden Flächen und Kosten einsparen würde. Als „sehr gutes Beispiel“ dafür nannte Bauer das geplante interkommunale Gewerbegebiet „Achalaich“.

Dr. Robert Obermeier, IHK-Chefvolkswirt, gab Auskunft zu den bayernweiten Zahlen. Ebenfalls laut dem Bayerischen Landesamt für Statistik werden 0,7 Prozent der Gebietsflächen von Industrie und Handel besetzt und 0,3 Prozent durch Handel und Dienstleistung. 88 Prozent sind Freifläche.

In puncto Lösungsvorschläge plädierte auch Obermeier ganz klar dafür, interkommunale Kooperationen, von denen es in Bayern „leider“ nur circa „drei Hände voll“ gebe, voranzubringen. Um einen Anreiz zu schaffen, regte er eine Förderung des Freistaates für solche Zusammenarbeiten an.

Von Sofia Wiethaler

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