Weilheim-Schongau: Mehr Busse zur Schülerbeförderung

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Geschafft, das wegen Corona erweiterte Schülerbeförderungskonzept steht: Landrätin Andrea Jochner-Weiß und RVO-Niederlassungsleiter Ralf Kreutzer. Jetzt gilt es, die täglichen Erfahrungswerte einzuarbeiten.

Weilheim/Landkreis – Um der Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus zu begegnen, setzt das Landratsamt Weilheim-Schongau auf Abstand und weitet die Schülerbeförderung mit „Verstärkerbussen“ aus.

Zunächst bis zu den Herbstferien (31. Oktober) werden auf besonders frequentierten Strecken zusätzlich zu den Linienbussen weitere Omnibusse fahren. Darüber informierten Landrätin Andrea Jochner-Weiß und RVO-Niederlassungsleiter Ralf Kreutzer Anfang der Woche bei einem Mediengespräch im Landratsamt.

Die Kosten für den Einsatz der zusätzlichen Busse im Schülerverkehr übernimmt zu hundert Prozent der Freistaat Bayern. Im Landkreis Weilheim-Schongau sind das immerhin zwischen 3 500 und 4 500 Euro pro Tag. Bis zur Aufhebung der Bahnstreckensperre zwischen Schongau und Peißenberg kommen acht Verstärkerbusse zum Einsatz, danach noch fünf, bei Bedarf aber auch mehr.

„Wie sich der Schülertransport zu und von den Schulen entwickelt, wird sich zeigen und muss von Tag zu Tag neu bewertet werden“, betonte Landrätin Jochner-Weiß. Ein großes Fragezeichen seien die „Eltern-Taxis“. Wie viele und wie lange sie ihre Sprösslinge aus Angst vor einer Ansteckung in den Linien- und Schulbussen zur Schule bringen, könne momentan noch nicht in die Kapazitätsberechnung einfließen.

Um in den Bussen die Ansteckungsgefahr zu minimieren, ist auch für Schülerinnen und Schüler das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes absolute Pflicht. In reinen Schulbussen, wo die meisten Schüler einen Sitzplatz haben, könne der geforderte Mindestabstand eingehalten werden, nicht aber in Linienbussen, wo es teilweise sehr beengt zugeht.

Im Landkreis Weilheim- Schongau werden nur rund ein Viertel der Schüler mit Schulbussen transportiert, der Rest ist auf Linienbusse angewiesen. „Um jedem Schüler einen Sitzplatz zu garantieren, müssten wir dauerhaft 70 zusätzliche Omnibusse einsetzen“, rechnete der RVO-Niederlassungsleiter Ralf Kreutzer vor.

Es sei nicht leicht gewesen, auf die Schnelle die acht zusätzlichen Omnibusse zu generieren, betonte Kreutzer. Andererseits aber waren viele Busunternehmer froh, nach Monaten des Corona-bedingten Stillstandes ihre Busse wieder anmelden zu können und Fahrer aus der Kurzarbeit zu holen.

Drei zusätzliche Omnibusse kommen zwischen Peiting und Schongau zum Einsatz, zwei auf der Strecke zwischen Peißenberg und Weilheim. Jeweils ein Extrabus fährt zwischen Pähl/Wielenbach und Weilheim, Bernbeuren/Burggen und Schongau sowie Eberfing und Weilheim. Für die jungen Fahrgäste ändert sich bei den gewohnten Haltestellen und Abfahrtszeiten nichts.

Mit dem Einsatz von aktuell nicht benötigten Reisebussen im Schülerverkehr will man das Ansteckungsrisiko auf dem Schulweg verringern und gleichzeitig das Vertrauen in das umweltfreundliche und sichere Verkehrsmittel Bus zurückgewinnen.

So formulierte es Stephan Rabl, der Geschäftsführer des Landesverbandes der Bayerischen Busunternehmer, in einer Pressemitteilung. Der Schüler- und Ausbildungsverkehr mit Bussen in Bayern werde hauptsächlich von den 750 privaten Verkehrsunternehmen gestemmt. Täglich werden damit 1,3 Millionen Schüler gefahren.

Von Dieter Roettig

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