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Weilheim-Schongau nimmt an Forschungsprojekt teil

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Messtechnik am Gymnasium Weilheim
Installation der Messtechnik am Gymnasium Weilheim (v.li.): Prof. Dr. Christian Schwarzbauer, Norbert Merk vom Landratsamt und Schulleiterin Beate Sitek. © LRA

Landkreis – Der Landkreis Weilheim-Schongau nimmt am überregionalen Forschungsprojekt „Sicheres Klassenzimmer“ teil. Bei diesem Projekt wird bis zum Ende des Schuljahrs 2021/2022 die Luftqualität während des realen Unterrichtsbetriebs untersucht.

Insgesamt nehmen elf weiterführende Schulen sowie drei Förderzentren im Landkreis teil. Das Forschungsprojekt „Sicheres Klassenzimmer“ ist eine Initiative der Hochschule München in Zusammenarbeit mit Forschenden der TU München, der LMU München sowie des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz.

Bei einem Ortstermin am Gymnasium Weilheim mit Schulleiterin Beate Sitek und Norbert Merk, Kreiskämmerer am Landratsamt, stellte Prof. Dr. Christian Schwarzbauer, Projektleiter und Professor für Medizintechnik an der Hochschule München, das Projekt und die dafür nötige Technik vor. „Wir haben darauf geachtet, dass wir vorkonfigurierte Komponenten verwenden, also praktisch eine ‚Plug & Play-Technologie‘“, erklärte Schwarzbauer. „Denn es soll für die Schulen kein zusätzlicher Aufwand entstehen.“

Am Gymnasium Weilheim wurden an diesem Tag acht Klassenräume mit der Messtechnik ausgestattet, die ohne Bohren und Schrauben auskommt. Zur Messung der Luftqualität (CO2, relative Feuchte, Temperatur) wird eine handtellergroße Sensorbox verwendet, die auch einen integrierten Bewegungssensor enthält. „Der Bewegungssensor zeigt uns, zu welchen Zeiten der Raum belegt ist“, erläutert Schwarzbauer. In Klassenzimmern, in denen mobile Raumluftreiniger zum Einsatz kommen, werden zusätzliche Leistungsmesser-Sensoren verwendet, um den aktuellen Volumenstrom der Raumluftreiniger zu erfassen. Die Daten aller Sensoren werden von einem zentralen Gateway gebündelt und von dort über das Mobilfunknetz zur Hochschule München übertragen. Die Sensoren sind mit einer Jahresbatterie ausgestattet und wartungsfrei.

Die Kosten der Messungen belaufen sich auf etwa 1 500 Euro pro Schule. Kreiskämmerer Merk sprach von rund 20 000 Euro an Gesamtkosten. „Wir haben von Anfang an versucht, die bestmögliche und am meisten praxistaugliche Lösung zu finden, indem wir im Vorfeld eine Begehung der Schulen mit einer Fachfirma durchführten“, sagte Merk. Schwarzbauer bestätigte zum Thema Praxistauglichkeit: „Bei vielen Geräten ist die Lautstärke das Problem, da sie beim erforderlichen Volumenstrom der nötigen Luftreinigungsleistung zu laut für den Unterricht sind.“ Schulleiterin Sitek sprach von einer unauffälligen Messtechnik, da diese den Unterricht nicht beeinträchtige.

Die Daten aus den Messungen werden künftig an die Hochschule für angewandte Wissenschaften in München per Funk übertragen und ausgewertet. Dabei werden nur anonyme Messdaten übertragen, keine personenbezogenen oder institutionellen Daten. Schwarzbauer betonte, dass es nicht möglich sei, die Daten einer konkreten Schule zuzuordnen: „Wir achten natürlich auf den Datenschutz.“

Bei dem Projekt, bei dem auch noch weitere bayerische Landkreise beteiligt sind, wird in den kommenden Monaten die Luftqualität in repräsentativen Schulräumen unterschiedlicher Größe untersucht. Dabei werden verschieden Lüftungskonzepte untersucht und verglichen, wie etwa das klassische Fensterlüften, mobile Raumluftreiniger, raumlufttechnischen Anlagen oder dezentrale Lüftungsanlagen. Auch der Einfluss der kalten oder warmen Jahreszeit und der Witterung auf die Luftqualität sowie das daraus resultierende Covid-19-Infektionsrisiko werden erforscht.

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Von Kreisbote

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