Planungsbüro präsentiert Konzept im Stadtrat – Viel Lob und Zustimmung

Weilheim soll barrierefrei werden

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Auch für ältere Menschen oder Eltern mit Kinderwägen ist Barrierefreiheit ein wichtiges Thema.

Weilheim – Das gute Wetter lockt die Weilheimer wieder vermehrt aus ihren Häusern und lädt zu Ausflügen, einem Stadtbummel oder zu einem Cafébesuch ein.

Doch für Menschen, die eine Beeinträchtigung haben, sind diese Freizeitaktivitäten oft mit einigen Hindernissen verbunden. Um diese abzubauen, wurde vor knapp einem Jahr das Planungsbüro Raab und Kurz aus München mit der Ausarbeitung eines Maßnahmenplans zur Umgestaltung der Weilheimer Kernstadt zu einer barrierefreien Gemeinde beauftragt. Dem voran gegangen war ein Antrag der Freien Wähler.

Nun wurde das Konzept in der letzten Stadtratssitzung präsentiert. Die Planungsgemeinschaft erstellte unter anderem auch das Konzept zur Barrierefreiheit der Stadt Starnberg, wie Dr. Ing. Andreas Raab (Planungsbüro Raab) angab. Unter den Stadträten seien einige Mitglieder aus den „geburtenstarken Jahrgängen“, so Raab. Das Thema Barrierefreiheit werde daher auch auf sie persönlich zukommen. Zu den Zielgruppen zählen somit verschiedene Betroffene. Es wird in temporär (zum Beispiel Personen mit Kinderwägen oder zeitweiligen gesundheitlichen Einschränkungen) und dauerhaft (zum Beispiel motorische, visuelle oder auditive Beeinträchtigungen) unterschieden. Es sei nicht immer einfach, die Zielgruppen zu kombinieren, sagte Raab. Daher sei bisher vorgesehen, als Hauptgruppen Personen mit visueller oder motorischer Beeinträchtigung zu behandeln.

Der Schwerpunkt der Maßnahmen liegt darauf, das Ortszentrum der Kreisstadt soweit als möglich barrierefrei zu gestalten. Des Weiteren sollen die ÖPNV-Verbindungen der Kernstadt mit Marnbach, Deutenhausen und Unterhausen sowie die Anbindung an die Nah-

erholungsgebiete, Auanlagen und das Badegelände des Dietlhofer Sees eingebunden werden. Um die Fülle der Maßnahmen in Weilheim umzusetzen, sei die Konzentration auf Prioritäten entscheidend, betonte Raab. Momentan befinde man sich beim Maßnahmenplan mitten im zweiten Schritt (Analyse und Bewertung). Am Montag, 29. April, ist die erste Werkstatt geplant, bei der unter anderem die Situation bewertet und über erste Schwerpunkte gesprochen werden soll. An der Werkstatt werden mitunter Vertreter der Fraktionen, Verbände und Betroffene teilnehmen. Ein erstes Grobkonzept soll bis Ende Juni vorliegen und die Fertigstellung des Schlussberichts mit Text und Karten ist für Ende 2019 angedacht.

Die Bestandsaufnahme und Bewertung legen den Fokus auf „Wegketten“, die zur Kernstadt führen, den „Ringschluss“ um die Kernstadt sowie die Kernstadt selbst. An der Kreuzung Bahnhofsstraße/Münchnerstraße fiel zum Beispiel die fehlende Querungshilfe und die Lage der Absenkungen auf. An Quer-

ungshilfen mangle es generell in Weilheim, sagte Dipl. Ing. Pauline Kurz-Müller (Planung Kurz GbR). Bei den Bushaltestellen wurde unter anderem kritisiert, dass der Fahrplan klein und somit oft unleserlich sei. Allerdings hätte Weilheim ein sehr enges Bussystem, andere Städte seien dahingehend „nicht so gut aufgestellt“. Lob gab es für den Rathauseingang, welcher durch die nicht vorhandenen Schwellen und die automatische Türöffnung „ideal“ sei.

Positives kam auch von den Stadträten. Susann Enders (Freie Wähler), Referentin für Menschen mit Behinderung, lobte die Arbeit der Planungsgemeinschaft und deren „Feingefühl“. Es müssten auch Barrieren in den Köpfen abgebaut werden. Zudem betonte sie die Wichtigkeit, Betroffene bei der Erarbeitung der Maßnahmen miteinzubeziehen. Laut Brigitte Holeczek (BfW) gehe es nicht nur um „Schwellenlosigkeit sondern um Teilhabe“. Jeder könne dazu beitragen, indem er sensibel auf das Thema achte. Die Umsetzung aller Maßnahmen würde allerdings ein paar Jahre dauern. Jedoch könne man damit auch privaten Bauherren Barrierefreiheit vorleben. Alfred Honisch (Grüne) sprach sich im Namen seiner Fraktion „uneingeschränkt“ für das Konzept aus.

Was die Kosten anbelangt, werden für das Gutachten 49 300 Euro fällig. Es wird jedoch von der Städtebauförderung als Aufsatz für das ISEK der Stadt zu 60 Prozent gefördert.

Von Sofia Wiethaler

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