Kreisräte sorgen sich um mögliche Konkurrenz in Starnberg und beauftragen Landrätin auf Vorrecht hinzuweisen

Technik-Zweig der FOS Weilheim gefährdet?

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Auch künftige Schüler können an der FOS/BOS in Weilheim ihre gewünschte Ausbildung absolvieren.

Weilheim/Landkreis – Mit Sorge sehen die Mitglieder des Kreistages den geplanten technischen Zweig der Fach- oberschule (FOS) in Starnberg. Dieser hätte im Falle seiner Einführung Einfluss auf die Schülerzahlen in Weilheim. Daher stimmten sie in der Sitzung am 21. Juli dafür, die mögliche Erweiterung der Starnberger FOS als Gefährdung für den Technik-Zweig der FOS/BOS in Weilheim einzustufen.

Den rückläufigen Schülerzahlen – circa 18 Prozent weniger als 2015 – wurde in Weilheim mit der Schaffung der Zweige Biologie, Chemie und Agrarwissenschaften ein Ausgleich entgegengesetzt. Derzeit besuchen 639 Schüler die FOS/BOS (vorläufige Zahl nach Anmeldungen), 2015 waren es noch 726. Sollte sich in Starnberg für die Einrichtung eines technischen Zweiges entschieden werden, würden sich die Weilheimer und Starnberger Schule die Schüler aus beiden Einzugsbereichen teilen. „Das wäre für uns schlecht“, so Rosemarie Bastuck, Schulleiterin der FOS/BOS in Weilheim, zum Kreisboten.

Für Wirbel sorgte in der Zwischenzeit die Landrätin selbst. Hatte doch die lokale Tageszeitung nach der Sitzung des Kreis- und Schulausschusses auf die Situation der Schule in Weilheim und die Sorge von Jochner-Weiß hingewiesen, dass ein Technik-Zweig in Starnberg für die FOS Weilheim „dramatische Folgen“ haben könnte. Offenbar sorgte sich die Landrätin aber sehr, dass es wegen der Thematisierung zu weiteren Abmeldungen kommt, denn sowohl bei der Abschlussfeier der FOS (wir berichteten) als auch im Kreistag betonte sie entschieden, dass die Schule nicht in Gefahr sei. Es gehe ausschließlich um den technischen Zweig. Die Lage der Schule sei zugespitzt wiedergegeben worden.

Interessanterweise ist aber sowohl den Unterlagen für die Kreis- und Schulausschusssitzung als auch jenen für die Kreistagssitzung zu entnehmen, dass der Landkreis im Falle des Schulausbaus in Starnberg eine Bestandsgefährdung geltend mache – insbesondere aber nicht nur, wenn dort ein technischer Zweig eingerichtet wird.

Auf Nachfrage des Kreisboten betonte die Schulleiterin, dass diese Gefährdung ausschließlich auf den Technikzweig zu beziehen sei. „Wir werden anbieten was wir können“, stellte Bastuck fest, auch die 13. Klasse, wenn sich genügend Schüler anmelden. Starnbergs Pläne würden den Trend verschärfen, dass sich in Weilheim zum Beispiel mehr Schüler für den Wirtschaftszweig als für den technischen entscheiden. Dabei seien Bastuck zufolge die Aussichten auf einen Arbeitsplatz nach einem technischen Abschluss ausgezeichnet:„Wir hoffen auf mehr Schüler im Technikbereich.“

Bereits vor vier Jahren meldeten Vertreter des Landkreises, unter anderem der damalige Landrat Dr. Friedrich Zeller, bei einem Treffen mit dem Starnberger Landrat Karl Roth und der damaligen Kämmerin und jetzigen Bürgermeisterin der Stadt Starnberg, Eva John, Bedenken an. Der Vorschlag aus Weilheim: Die neue FOS im Landkreis Starnberg möge doch an einem nördlicheren Standort, und damit näher an München, eingerichtet werden. Im Nachbarlandkreis fiel die Wahl dann letztlich doch auf die Stadt Starnberg als neuen Schulstandort.

„Man würde es also als unfreundlichen Akt ansehen, wenn Starnberg den technischen Zweig baut“, stellte Kreisrat Alfred Honisch (B.90/Grüne) fest. Das sei schon damals der Fall gewesen, „als man sich mit Starnberg nicht über den Standort einigen konnte“, setzte Kreiskämmerer Norbert Merk nach.

Die Kreisräte stuften in der Sitzung insbesondere einen technischen Zweig in Starnberg als Bestandsgefährdung für Weilheim ein und folgten damit der Einschätzung des Kreis- und Schulausschusses. Außerdem wurde Landrätin Jochner-Weiß laut Beschlussvorlage damit beauftragt, „die Bestandsgefährdung auf dem Dienstweg gegenüber dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst geltend zu machen“.

von Melanie Wießmeyer

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