Evangelische Kirchengemeinde Weilheim verabschiedet Pfarrer Herrmann mit Standing Ovations

Die Menschen überzeugt

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Stehender Applaus für Jost Hermann. Der beliebte Pfarrer erhielt einen würdigen Abschied von seiner Kirchengemeinde.

Weilheim – Nach neun Jahren Seelsorge für die evangelische Gemeinde wurde Pfarrer Jost Herrmann beim sonntäglichen Gottesdienst offiziell verabschiedet.

Herrmann koordiniert künftig hauptamtlich, befristet auf zwei Jahre, die ehrenamtlichen Flüchtlingshelferkreise im Landkreis Weilheim-Schongau.

Der Pfarrer hatte sich für seinen Abschied einen fröhlichen, musikalischen Gottesdienst gewünscht und bekam noch viel mehr. Es wurde gesungen, musiziert, fotografiert und der Dank für sein Engagement kam von allen Seiten. Kirchenvorstand Adelheid Meyer lobte Herrmanns Kreativität, seine tiefe Frömmigkeit und das unermüdliche Engagement. „Du hast nicht nur die Arbeit am Laufen gehalten, sondern Neues eingebracht, vieles angestoßen und konntest Menschen überzeugen“, würdigte sie den scheidenden Seelsorger.

Auch Bürgermeister Markus Loth dankte Jost Herrmann. „Wir haben in vielen Bereichen eng zusammengearbeitet. Sie sind glaubwürdig im Reden und Handeln. Ihre Leistungen, auch bei den Flüchtlingen, waren immens. Jetzt können Sie auf Ihrer neuen Stelle Ihre Erfahrungen einbringen“, lobte Loth und überreichte als Zeichen der Anerkennung die große Silbermünze der Stadt.

In Vertretung des Stadtpfarrers überbrachte Diakon Ralf Nesslauer Grüße. „Es gibt nicht viele Menschen, die mit solcher Freude an die Arbeit gehen. Behalten Sie diese Freude und auch Ihr Strahlen“, sagte er. Der Vertreter des Jugendausschusses Benedikt Lang schilderte Herrmann als kreativen Macher. „Wenn mal etwas bei uns nicht so gut lief, waren Sie sofort da und haben für Besseres gesorgt. Vielen Dank dafür und alles Gute für die Zukunft.“

Was Herrmann aus seiner Arbeit mitnimmt, sind sehr persönliche Erlebnisse, wie etwa die Einweihung des neuen Gemeindehauses und bewegende Eindrücke bei Beerdigungen junger Menschen und Mütter. „Ich bin schon etwas wehmütig heute, aber ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe. Dass ich nach zwei Jahren wieder als Pfarrer einsteigen darf, betrachte ich als großes Privileg, für das ich dankbar bin“, zog er Resümee.

Seine 500 Euro-Wette mit der Kirchengemeinde verlor Herrmann übrigens mit Pauken und Trompeten. Er hatte gewettet, dass es nicht gelingt, in einer Stunde 225 ganz besondere Personengruppen aus seiner Amtszeit auf 15 Fotos zu bringen. Es wurden weit mehr, auch die Zahl der Spendenumschläge mit je 100 Euro für das Gemeindehaus passte. „Das ist ja blöd ausgegangen“, kommentierte er dies beim Zahlen aus dem eigenen Geldbeutel mit einem Lächeln. Mit Musik und Auftritten wurde dann gemeinsam in den Abend hinein gefeiert.

Von Melanie Wießmeyer

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