Vielfältiges Engagement für die Heimatpflege im besten Sinne

Willi-Mauthe-Preis für Ludwig Reitzer

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Laudator und Preisträger in der historischen Weilheimer Bürgertracht. Unser Bild zeigt (v. li.) Dr. Joachim Heberlein, Ludwig Reitzer und Gattin Monika sowie Gerald Huber.

Weilheim – „I bin a Weilheimer“, mit diesem abgewandelten Zitat von John F. Kennedy schloss Ludwig Reitzer seine Dankesworte, nachdem ihm der Heimat- und Museumsverein den Willi-Mauthe-Preis verliehen hatte. Und zu einem nicht nur gefühlten, sondern gelebten Weilheimer ist der gebürtige Benediktbeurer sicher geworden, seit er sich 1973 in der Kreisstadt niederließ. Mit dem Mauthe-Preis würdigte nun der Heimat- und Museumsverein sein vielfältiges Engagement.

So war Reitzer lange Jahre erster Schützenmeister des ältesten Weilheimer Vereins, der Königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft. In seine Amtszeit fielen Umbau und Erweiterung der Schießstätte, die Anschaffung einer neuen Schützentracht und einer neuen Fahne – „Heimatpflege im besten Sinne“, wie Laudator Dr. Joachim Heberlein betonte. Aber auch die Heimatforschung lag ihm am Herzen und so begannen 1993 die Planungen für die Errichtung eines eigenen Schützenmuseums, das zwei Jahre später eröffnet wurde. Auch verfasste er eine Chronik der mehr als 500jährigen Weilheimer Schützengeschichte.

Auch in Ellbach bei Bad Tölz, wo Reitzer zur Schule ging und sein Lehrer Merz ihm vermittelte, dass „durch das Heimatwissen die Heimatliebe erwächst“, verfasste er anlässlich der Aufstellung des Gedenksteins an der Zwieselbrücke eine Festschrift und Chronik für die Gebirgsschützenkompanie. Reitzer war maßgeblich daran beteiligt, dass die Weilheimer Bürgertracht nach Votivbildern des 18. Jahrhunderts erneuert werden konnte. Als Weilheim 1988 seine 750jährige Stadterhebung mit einem großen historischen Festzug feierte, trug auch dieser die Handschrift des neuen Mauthe-Preisträgers. Nicht zuletzt bekleidete er bis zum Vorjahr zehn Jahre das Amt des zweiten Obmanns des Heimat- und Museumsvereins.

Den Festvortrag unter dem Titel „Feuer weitergeben – vom Wesen der Tradition“ hielt im vollbesetzten Stadttheater der Journalist, Historiker und Schriftsteller Gerald Huber. Dabei ging er auf die Bedeutsamkeit von Tradition und Geschichtswissen für die Gestaltung der Zukunft ein. „Nur wer weiß, wo er herkommt, ist im wahrsten Sinne des Wortes selbstbewusst und kann Selbstwertgefühl entwickeln“, so Huber. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von den Gögerlgeigern, die unter anderem mit einer Uraufführung aufwarteten: Zum ersten Mal öffentlich gespielt wurde der Weilheimer Schützenmarsch, den Gögerlgeiger-Kontrabassist Roland Kopf seinem Schwiegervater Ludwig Reitzer zum 75. Geburtstag komponierte.

Von Bianca R. Heigl

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