Die Weilheimer Agenda 21 feiert ihr 20-jähriges Bestehen mit einem Festakt am 26. Oktober

"Global denken, lokal handeln"

Weilheim – „Wir versuchen als Bürger, mit unserem Bürgerblick, kleine Veränderungen zum Positiven in der Stadt anzustoßen“, so Friederike Vogel, Ansprechpartnerin für den AK Mobilität und Verkehr der Agenda 21. Dieser Aufgabe widmen sich die Mitglieder der Weilheimer Agenda nun seit 20 Jahren. Mit einem Festakt am Donnerstag, 26. Oktober, wird die Gründung im Jahr 1997 gefeiert.

Die Feier beginnt um 19 Uhr im Pfarrheim Miteinander. Den Festvortrag hält Dr. Wolfgang Kessler (Wirtschaftswissenschaftler) zum Thema „Fair Wirtschaften – Anders Leben. Praktizierte Alternativen zu einer entfesselten Wirtschaft“. „Das wird ein sehr interessanter Vortrag“, ist sich Brigitte Gronau (AK Gemeinwohl-Ökonomie) beim Pressegespräch sicher. Musikalisch begleitet wird die Feier von den „Irish Folks“.

Die Weilheimer Agenda 21 geht auf eine Idee aus dem Jahr 1992 zurück, bei der in Rio de Janeiro ein Aktionsprogramm zum Umweltschutz von 178 Staaten beschlossen wurde: die „Agenda 21“ – eine Agenda, die sich den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts annehmen sollte. Der Leitspruch: „Global denken, lokal handeln“. Diesem lokalen Handeln haben sich auch die Mitglieder der Weilheimer Arbeitskreise (AK) der Agenda verschrieben. Insgesamt sind es zurzeit acht AKs – Eine Welt, Energie und Klimaschutz, Gemeinwohl-Ökonomie, Mobilität und Verkehr, Natur in und um Weilheim, Senioren, Stadt-

entwicklung, Bauen und Wohnen sowie Wirtschaft und Arbeit – in denen sich 80 bis 100 Mitglieder aktiv einbringen. Etwa ein Drittel der Aktiven sind von Beginn an dabei.

War die Agenda 21 in ihren Anfangsjahren auch auf Bundesebene präsent, so hat die öffentliche Aufmerksamkeit dafür deutlich nachgelassen. Dennoch gibt es Städte und Gemeinden, welche die Agenda-Arbeit weiter fortführen, so wie Weilheim. Für dieses fortlaufende Engagement gewann die Kreisstadt auch einen Nachhaltigkeitspreis. Nicht immer ist die Arbeit und Beteiligung der AKs offensichtlich. Sie sind Ideengeber für Anträge von Stadträten und schärfen durch Vorträge das Bewusstsein für Probleme. Aber auch sichtbare Projekte, wie die Aufstellung von Sitzbänken an Bushaltestellen gemeinsam mit der Stadt, sind Teil der Agenda-Arbeit. „Wir entwickeln unsere Ideen nicht im luftleeren Raum“, so Vogel. „Wir haben die Zeit, uns mit Themen zu beschäftigen.“ Was der Weilheimer Agenda 21 fehlt, ist aktiver Nachwuchs. „Es ist eine Sache, die weiter getragen werden muss“, betonte Vogel. „Man kann ganz projektbezogene Ideen einbringen“, fügte Gronau an. Die Agenda-Arbeit, da sind sich die vier Mitglieder beim Pressegespräch einig, ist attraktiv, weil die Aktiven der AKs sowohl bei der Stadtverwaltung als auch bei den Stadträten ein offenes Ohr finden und eine gute Zusammenarbeit besteht. „Wir sind eine lokale Agenda, die lokal handelt, aber vom Verständnis haben wir einen weltweiten Blick“, so Gronau, ganz im Sinne der Gründungsidee. 

Aktion gegen Plastik:

Eine neue Aktion der Weilheimer Agenda 21 ist: „Plastik kommt mir nicht in die Tüte“. Die Reduzierung von Plastiktüten ist ein Anfang, aber für die Agenda noch lange nicht genug. Mit Stoffbeuteln und Infos will sie zum Umdenken anregen. Um den Verbrauch von Plastik zu reduzieren, „ist auch die Politik gefragt“, so Brigitte Gronau und verweist auf die jetzt kostenpflichtigen Plastiktüten. Wo genau die Agenda mit ihrer Aktion überall vertreten sein wird, stand zum Zeitpunkt des Pressegespräches noch nicht endgültig fest. Die Stofftaschen sollen aber unter anderem bei der Seniorenmesse verteilt werden.

Melanie Wießmeyer

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