Weilheimer Festspiele feiern Jubiläum mit Neuauflage des Brandner Kaspar

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Mit dem Boandlkramer (Werner Eggenhofer) wirft der Brandner Kaspar (Winfried Hübner) einen Blick ins Paradies.

Weilheim – Es war ein Novum: Zum ersten Mal in der nun 20-jährigen Geschichte der Weilheimer Festspiele kam ein Stück erneut auf den Spielplan: „Der Brandner Kaspar und das ewig‘ Leben“ von Kurt Wilhelm feierte am vergangenen Freitag Premiere in der Neuauflage. Und das Publikum war begeistert.

Wiederum gelang es den Festspiel-Verantwortlichen Andreas Arneth (Bühnenbild und Kostüme) und Yvonne Brosch (Inszenierung), das ewig junge Stück von Kurt Wilhelm – gespielt übrigens in der bayerischen Fassung – mit Bravour auf die Bühne zu bringen. Brosch, die ja selbst in der legendären Inszenierung mit Fritz Straßner, Toni Berger und Gustl Bayrhammer die „Marei“ verkörperte, schaffte eine homogene Darstellung, wenngleich ein Gutteil der Akteure Laienschauspieler waren. In der Rolle des Brandner brillierte Winfried Hübner, bekannt aus vielen Komödienstadel-Aufzeichnungen und anderen Film- und Fernsehproduktionen. Sein Widerpart des Boandlkramer war schaurig-schön besetzt mit Werner Eggenhofer, der in jeder Situation, ob beim Schnapseln, Grasobern oder beim Rapport vor dem Portner, überzeugte. Die „himmlische Gesellschaft“ um den Portner (Florian Münzer) mit Georg Denk als Turmair, Florian Fisch als Nantwein und Michael Althauser als Erzengel Michael komplettierte das anrührende Meisterwerk um Leben und Tod, Himmel und Erde, Jungsein und Altwerden.

Glanzlichter der Inszenierung waren auch die Goaßlschnalzer des Heimat- und Trachtenvereins Weilheim, die musikalische Umrahmung durch Mitglieder der Stadtkapelle Weilheim, die Jagdhornbläser und Anita Kurzrock an der Zither, die dem Stück Authentizität verliehen. Im malerischen Bühnenbild von Andreas Arneth – das alte Bühnenbild der ersten Festspiel-Inszenierung existierte nicht mehr, so dass Arneth viele Tage und Nächte in der Hochlandhalle zubrachte, um ein neues zu bauen – entführte das Stück die Zuschauer so in die Welt des Büchsenmachers Brandner, der Mitte des 19. Jahrhunderts am Tegernsee mit seiner Enkelin lebt. Mit einer List gelingt es ihm, dem Boandlkramer, also dem Tod, noch 18 Jahre abzutrotzen, doch es soll anders kommen.

Weitere Vorstellungstermine: Freitag, 25., Samstag, 26., Sonntag, 27. Oktober sowie Freitag, 1. und Samstag, 2. November. Vorstellungsbeginn ist jeweils um 20 Uhr, sonntags um 18 Uhr. Karten gibt es noch beim Kreisboten Weilheim in der Sparkasse am Marienplatz, Tel. 088/686 -11 und -12, sowie beim Veranstaltungsbüro der Stadt Weilheim.

Von Bianca R. Heigl

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