K&L als Marke bald passé

Weilheimer Filiale wird umstrukturiert – Arbeitsplätze bleiben erhalten

Weilheimer K&L-Filiale von außen.
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Die Weilheimer K&L-Filiale bleibt trotz Veränderungen geöffnet.
  • vonStephanie Novy
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Weilheim/Region – Innerhalb kürzester Zeit hatte sich die Nachricht diese Woche verbreitet: K&L macht dicht. Doch auf Nachfrage des Kreisboten kam jetzt heraus, dass das Geschäft bestehen bleibt. Aber es wird Änderungen geben.

Vor der Filiale in der Weilheimer Schmiedstraße steht „Totalausverkauf – Geschäftsaufgabe – Wir schließen“ unübersehbar auf einem Werbeschild. Eigentlich eine recht eindeutige Information. Rüdiger Herrmann, Director Marketing & Sales bei K&L, erklärt jedoch, dass die Filiale gar nicht geschlossen wird. Nur das „Format K&L“ werde vom Markt genommen. Soll heißen: Die derzeitige Ware wird abverkauft, um anschließend mit einem neuen Sortiment und verändertem Konzept weiterzumachen.

Bisher setzte das Unternehmen stark auf seine Eigenkollektion. Doch die soll nun aufgegeben werden, wie Herrmann berichtet. Stattdessen wolle man fremde Kollektionen einkaufen.Wobei, so Herrmann, das Augenmerk nicht mehr nur auf Textilien liege. Stattdessen sollen nun auch verstärkt Schuhe angeboten werden. Diese Entscheidung ist nicht verwunderlich, wurde K&L doch 2019 von dem Unternehmen Schuh Schmid übernommen. Grund dafür sei aber auch, dass sich das Kleidungskaufverhalten stark verändert habe. „Wir wollen aus der Fast Fashion aussteigen“, sagt Herrmann.

Deshalb jetzt der Totalräumungsverkauf. Die Winterware, die das Unternehmen aufgrund des Lockdowns bisher nicht unter die Leute bringen konnte, soll jetzt endlich verkauft werden. Mit Rabatten von bis zu 70 Prozent hofft Herrmann, dass bis Ende März der Räumungsverkauf beendet ist. Nach und nach wird dann das angepasste Sortiment mit neuen Marken und Artikeln in der Weilheimer Filiale untergebracht. Mitte oder Ende April soll auch dieser Prozess abgeschlossen sein.

Rüdiger Herrmann ist Director Marketing & Sales bei K&L.

Das betrifft übrigens nicht nur den Standort in der Kreisstadt. In Deutschland gibt es derzeit 41 K&L-Filialen. Änderungen soll es dort auch geben. Doch wie genau die aussehen, kann Herrmann noch nicht sagen. Das hänge auch vom jeweiligen Markt, sprich der Konkurrenz, ab. Außerdem sei die derzeitige Situation überall anders. In Weilheim könne man momentan per Termin einkaufen. In Kempten sei unter strengen Hygienebestimmungen ein regulärer Betrieb möglich. Und an anderen Standorten seien die Geschäfte aufgrund eines Inzidenzwertes von über 200 komplett geschlossen.

Doch was bedeuten die Veränderungen nun für die Mitarbeitenden? Herrmann versichert, dass alle Angestellten dem Unternehmen erhalten bleiben. „Die Mannschaft bleibt die gleiche“, sagt er im Hinblick auf den Weilheimer Standort. Viele seien dort schon seit „zig Jahren“ dabei. Auch bei der Zentrale in der Weilheimer Paradeisstraße wird es keine Kündigungen geben. Die Mitarbeitenden werden lediglich andere Aufgaben, wie zum Beispiel die Auswahl der einzukaufenden Artikel, übernehmen.

Anfang 2019 wurde bekannt, dass 14 Filialen in drei Bundesländern schließen müssen. Betroffen war damals auch die Schongauer Filiale. Zudem gab es damals Veränderungen bezüglich der Hauptverwaltung und der Logistik am Hauptsitz in Weilheim (wir berichteten).

Die momentane Situation sei nicht alleine der Pandemie zuzuschreiben, so Herrmann. Jedoch habe Corona dabei als „Brandbeschleuniger“ fungiert.

Von Stephanie Novy

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