Weilheimer Glaubensfragen: Fünf Referenten beleuchten verschiedene Themenbereiche

"Geht an die Ränder"

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Pater Eberhard von Gemmingen kam beruflich mit vielen Menschen aus den unterschiedlichen sozialen Umfeldern in den Dialog, was ihn bestärkte, sich für den Erhalt der christlichen Werte einzusetzen.

Weilheim – Die Weilheimer Glaubensfragen stellen sich seit fünf Jahren mit kritischen Themen den Herausforderungen unserer Zeit. Unter dem Motto „Geht an die Ränder“ startet die Veranstaltungsreihe der katholischen Pfarreiengemeinschaft am Donnerstag, 26. März.

Getreu dem Motto betrachten alle Vorträge das Thema „Randgebiet“ aus unterschiedlichen Perspektiven und stellen dadurch den Bezug zum apostolischen Schreiben von Papst Franziskus „Evangelii Gaudium“ her. Darin hat Papst Franziskus die katholische Kirche an ihre soziale Verantwortung erinnert und ihre Selbstbezogenheit kritisiert. Sie solle laut dem Kirchenoberhaupt „mehr an die Peripherie gehen“. Vor diesem Hintergrund werden mit den Themen „Franziskus ruft an die Ränder – Wo sind die Ränder der Kirche?“, „Am Rand Europas – Flüchtlinge fordern heraus“, „Am Rand der Gesellschaft – Armut in Deutschland“, „Am Rand des Lebens – Was heißt menschenwürdig sterben?“ und „Am Rand der Kirche – Wie suchen Menschen heute Sinn?“ viele Bereiche des politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Lebens abgedeckt.

Den Anfang macht Pater Eberhard von Gemmingen, der viele Jahre als Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan in Rom tätig war. Er setzt sich in seinem Vortrag mit den Lagern der christlichen Kirche in Deutschland, Europa und der Welt, den vielfältigen Krisen und mit Papst Franziskus auseinander. Von Gemmingen charakterisiert Franziskus als einen Papst, der nicht mit Worten sondern mit Handlungen der Kirche und damit der Welt helfen will. Franziskus sei nicht liberal, sondern radikal und „ein provozierender Aussteiger auf dem Petrusstuhl“. „Auch er wird die Welt nicht zur Vollendung führen, aber ein Stück weit voranbringen“, glaubt der Pater.

In dem Vortrag „Am Rand des Lebens“ wird das heftig diskutierte Thema der Sterbehilfe in seinen unterschiedlichen Formen unter die Lupe genommen.

Wie spricht man vom Glauben, wie von Gott? Diesen Fragen soll nachgegangen werden. In einer Gesellschaft, in der es multiple Glaubensrichtungen gebe und doch für immer mehr Menschen der Glaube keine Rolle zu spielen scheine, sei es wichtig, einen Weg zu finden, über seinen Glauben zu sprechen.

Die Weilheimer Glaubensfragen haben „die Ränder des menschlichen Lebens und der modernen Glaubenssuche im Blick“, fasst Stadtpfarrer Engelbert Birkle zusammen. „Wir alle sind aufgefordert, den Ruf Jesu anzunehmen, hinauszugehen aus der eigenen Bequemlichkeit und den Mut zu haben, alle Randgebiete zu erreichen, die das Licht des Evangeliums brauchen“, heißt es in seinem Vorwort zu den Glaubensfragen 2015.

Alle Veranstaltungen der Reihe finden im Haus der Begegnung, Römerstraße 20, statt und beginnen jeweils um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

  

Die Termine:

 

26. März: „Franziskus ruft an die Ränder – Wo sind die Ränder der Kirche?“ mit Pater Eberhard Freiherr von Gemmingen SJ

7. Mai: „Am Rand Europas – Flüchtlinge fordern heraus“ mit Staatsministerin Emilia Müller

20. Mai: „Am Rand der Gesellschaft – Armut in Deutschland“ mit Referent Dr. Thomas Becker

18. Juni: „Am Rand des Lebens – Was heißt menschenwürdig sterben?“ mit Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff

2. Juli: „Am Rand der Kirche“ – Wie suchen Menschen heute Sinn?“ mit Prof. Dr. Dr. Hubertus Lutterbach

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