Zeit zu Träumen

Jürgen Geiger veröffentlicht erstmals eine Klavier-Solo-CD

Weilheimer Pianist Jürgen Geiger
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Der Weilheimer Musiker Jürgen Geiger hat erstmals eine Klavier-Solo-CD herausgebracht. Aufgenommen im Pollinger Bibliothekssaal.

Weilheim – Berlin, Paris, Moskau. Der Weilheimer Jürgen Geiger ist mit seiner Musik als Pianist und Organist schon weit gereist und etwa in zahlreichen Philharmonien und Kathedralen aufgetreten. Für seine neue CD hat er sich für das Klavier entschieden.

Eigentlich ist Geiger vor allem als Organist bekannt. Für die Pfarreiengemeinschaft Weilheim ist er als Kirchenmusiker tätig. Doch bereits in jungen Jahren erwarb er an der Münchener Musikhochschule ein Konzertdiplom im Fach Klavier, seither ist er an diesem Instrument auf internationalen Podien zu hören.

Mit „A Dream – Ein Traum“ brachte der Weilheimer nun erstmalig ein Klavier-Solo-Album heraus. Ein „innerer Wunsch“ sei es von ihm gewesen – und der ist jetzt in Erfüllung gegangen. Für sein CD-Programm hat Geiger unter anderem Werke von Rachmaninoff, Liszt und Schubert interpretiert. Aber auch Eigenkompositionen sind darauf zu finden. Bei der Auswahl der Stücke ist unübersehbar, dass sich der Titel wie ein roter Faden durch das Album zieht. Geiger war es wichtig, dass „sich die Werke ergänzen und zu einem harmonischen Gesamten verbinden.“

Wie sorgfältig Geiger die Stücke ausgesucht hat, lässt sich nicht nur an der Dramaturgie erkennen. Auch der Entstehungsprozess des Albums war wohl sehr intensiv. „Ich beschäftige mich mit dem Stück als solches und mit der Biografie des Komponisten. Was geschah in der damaligen Zeit? Gab es ein Ereignis, weshalb dieses Stück komponiert wurde?“ Geiger erklärt, er trete quasi in einen Dialog mit den einzelnen Werken. „Was sagt mir das Stück?“ Darauf müsse man sich einlassen. Wobei er immer neugierig sei, wo die Reise schließlich hingehe.

Eigene Handschrift

Herausgekommen sind sehr persönliche Interpretationen der Musikstücke. Geiger lässt den Kompositionen dabei allerdings dennoch genug Raum, um ihre ursprüngliche Kraft zu entfalten. Oder wie Prof. Dr. Hans Maier, Bayerischer Kultusminister a.D., es formuliert: „Es gelingt Geiger eine Synthese zwischen dem Überlieferten und einer subjektiv-emotionalen Wiedergabe“. Maier lobt dabei besonders die „im Lauf der Jahre gereifte Virtuosität“ sowie die „Einfühlungskraft und Sensibilität“ des Weilheimer Konzertpianisten. Seine Fähigkeiten stelle Geiger dabei ganz in den Dienst der Musik und gebe den Stücken eine „eigene Handschrift“.

Zur eigenen Handschrift kommt in diesem Falle auch noch eine lokale Färbung. Aufgenommen wurde die CD nämlich im Bibliothekssaal in Polling. Für Geiger der perfekte Ort. „Ich kenne den Saal von mehreren Klavierkonzerten und bin sehr angetan von der unglaublich guten Akustik und der Atmosphäre des Raumes.“ Zwei Tage haben die Aufnahmen dort gedauert. Anstrengend sei es gewesen. „Aber die Musik gibt einem auch unglaublich viel zurück.“

Diese unübersehbare Leidenschaft und Freude gibt der Musiker auch gerne an seine Kinder weiter. In klassischen Stücken ließen sich viele Schönheiten finden. Da könne man auf Entdeckungsreise gehen. „Das ist etwas ganz Wertvolles, ein großer Schatz.“

Diesen Schatz will man als Künstler freilich auch mit dem Publikum teilen. Derzeit ist das aber noch nicht möglich. „Es ist schon bitter, dass der Kontakt zum Publikum momentan nicht so möglich ist, wie man sich das wünschen würde. Als Künstler lebt man von diesem Austausch mit dem Publikum.“ Live werden die Stücke also vorerst noch nicht präsentiert werden. Aber das Album lädt schon jetzt zum Träumen ein.

Erhältlich ist die CD über die Weilheimer Buchhandlung Zauberberg.

Von Stephanie Novy

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