Gratulation mit Ständchen und Gedichten

Weilheimer Karl Bauer feierte seinen 90. Geburtstag

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Geburtstagsfoto mit Stieftochter Karin Pfeifer (re.), dem Bild der verstorbenen Ehefrau Uschi, Bürgermeister Markus Loth und dessen Ehefrau Brigitte.

Weilheim – Am 1. Januar 1930 wurde Karl Bauer geboren. Zur Entbindung mussten die Eltern Karl und Magdalena nach München fahren. Das war nur eine kurze Episode im Leben des 90-Jährigen. Das runde Jubiläum wurde in Weilheim in der Silvesternacht 2019 gefeiert, in den Geburtstag hinein.

Das Telefon stand auch am 2. Januar nicht still. Es gratulierten Nachbarn, Freunde und Weggefährten. Bürgermeister Markus Loth überbrachte dem prominenten Weilheimer persönlich Grüße und gute Wünsche im Namen der Stadt.

Der vital und gesund gebliebene Jubilar blickt auf ein erfülltes Leben zurück. Als der Vater früh starb, blieb die Mutter mit dem Zweijährigen und drei älteren Schwestern, einer Schlosserwerkstatt und Fahrschule in der Hofstraße, allein zurück. Der junge Karl besuchte die Volks- und Oberschule und musste den väterlichen Beruf Kfz-Mechaniker erlernen. Da es in Weilheim keinen Ausbildungsbetrieb gab, war frühes Aufstehen gefordert, um fünf Uhr fuhr der Zug nach München ab. Nach der Lehre besuchte der Jubilar das Polytechnikum, konnte es aber nicht fertig absolvieren. Wegen der anstehenden Geschäftsübernahme musste er so schnell wie möglich den Meisterbrief machen. Ein geeigneter Betrieb wurde in Heide/Holstein gefunden. Die Meisterprüfung schaffte Karl Bauer mit Bestnoten in Flensburg. Zurück in Weilheim übernahm er das väterliche Geschäft, von 1945 bis 1951 als Opel-Vertretung, danach die VW-Vertretung in der Olympiastraße, die sich unter seiner Leitung schnell entwickelte. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs mit der Expansion und Neugründung weiterer Autohäuser in Penzberg, Peißenberg, Tutzing und Landsberg von 30 auf 300. Als Automobilmarken kamen die VW-Töchter Seat, Skoda, Audi und Porsche dazu.

1987 heiratete der erfolgreiche Geschäftsmann seine Uschi, eine ebenfalls erfolgreiche Pelzdesignerin, mit der er 44 Jahre bis zu ihrem Tod 2016 glücklich verheiratet war. Standesamtlich getraut hat sie der damalige Bürgermeister Klaus Rawe.

Auch im städtischen Leben hat der Jubilar Spuren hinterlassen. Er initiierte als Bezirkshandwerksmeister der Kfz-Innung die Namensgebung der Olympiastraße, Abläufe bei Feierlichkeiten, wie Freisprechungen, die Anschaffung eines Handwerksschildes am Maibaum und schuf eine Stiftung zur Förderung des Nachwuchses im Kfz-Handwerk.

„Ich habe viel erlebt, viele interessante Menschen kennen gelernt und ein erfülltes Leben gehabt“, sagt der Jubilar. Unvergessen bleiben ihm 1945 der Einmarsch der Amerikaner in die Stadt, zur Jahrtausendwende die Kreuzfahrt auf dem Pazifik mit drei Neujahrsfeiern. Seine Wünsche für die kommenden Jahre: Kochen und feiern mit guten Freunden, kleine Reisen und den Angelschein machen.

Von Georg Müller

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