Mit "Schmuckkästchen" in die Zukunft

Weilheimer Krankenhaus baulich und konzeptionell auf dem neuesten Stand

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Bei der Begrüßung v. li.: Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Geschäftsführer Thomas Lippmann.

Weilheim – 250 Kilometer Kabel und Leitungen, 18 800 Quadratmeter sanierte Geschoss- und 6 750 Quadratmeter Grundfläche sowie 459 modernisierte Räume und Baumaßnahmen über vier Ober- und zwei Tiefgeschosse. Der Generalumbau am Weilheimer Krankenhaus war ohne Zweifel ein Mammutprojekt.

Zentrale Bereiche wie zum Beispiel der Eingangsbereich, die Notaufnahme, die OP-Abteilung mit drei hochmodern ausgestatteten OP-Sälen, die Endoskopie oder diverse Stationen wurden während laufendem Betrieb komplett erneuert. Möglich wurde das durch den Einsatz von Modulbauten. „Der Umbau war zum Teil fürchterlich“, gestand der ärztliche Direktor, Professor Dr. Andreas Knez, beim Festakt. Doch der Aufwand und die Mühen haben sich gelohnt: „Ich fühle mich hier wirklich sehr wohl. Es ist ein Schmuckkästchen geworden“, so Knez. Negative Folgen auf die Patientenzahlen hatte die Umbauphase übrigens nicht – im Gegenteil: „Die Zahlen sind von Jahr zu Jahr sogar gestiegen“, berichtete Knez.

Mit der baulichen Sanierung einher ging auch eine konzeptionelle Anpassung. Landrätin Andrea Jochner-Weiß sprach in ihrer Einweihungsrede von einem medizinischen „Maximal-Nahversorger“. Das Leistungsspektrum wurde demnach über die Grund- und Regelversorgung hinaus erweitert. Es umfasst zum Beispiel Roboteranimationssysteme im Behandlungs- und Pflegebereich. „Stillstand und Verharren ist keine Strategie“, erklärte Jochner-Weiß.

Ein wichtiger Baustein ist die Kooperation mit dem Münchener Universitätsklinikum „Rechts der Isar“, durch die Patienten mit komplexen Erkrankungen vorwiegend vor Ort behandelt werden können. Prof. Dr. Markus Schwaiger, ärztlicher Direktor der TU München, bezeichnete beim Festakt die Verzahnung zwischen kleinen und großen Kliniken als „die Zukunft im deutschen Gesundheitswesen“. Die Medizin werde immer komplizierter, so dass stationäre und ambulante Bereiche sowie die Fachsektoren besser vernetzt werden müssen.

Jochner-Weiß sprach bezüglich der Kooperation von einem wichtigen „Brückenschlag“: „Wir haben aufgehört zu jammern und schauen offensiv in die Zukunft.“

Ins gleiche Horn stieß der von der Landrätin als „umtriebig“ bezeichnete Krankenhaus-GmbH- Geschäftsführer Thomas Lipp-

mann: „Mein Herzblut schlägt für die kommunalen Krankenhäuser. Die lassen wir uns nicht wegnehmen.“ Immer wieder wurde beim Festakt neben der medizinischen Qualität die menschliche Komponente des Krankenhauses betont. Als Sinnbild dafür steht die Klinik-Kapelle, die im Eingangsbereich am Standort der ehemaligen Cafeteria situiert und vom evangelischen Regionalbischof Christian Kopp und dem designierten Bischof des Bistums Augsburg, Bertram Meier, ökumenisch gesegnet wurde.

Eine Kapelle und eine Cafeteria, erklärte Meier, seien „Tankstellen“, wobei man in dem Gotteshaus „geistlichen Sprit fürs Leben anzapfen“ könne. „Menschlich“ ging auch der Schlussakt der Feier über die Bühne. Zu Klängen von Andreas Bouranis Song „Ein Hoch auf uns“ präsentierten sich Mitarbeiter aus den Klinikabteilungen. Die Botschaft: „Wir sind Krankenhaus.“

Von Bernhard Jepsen

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