Die zweite Weilheimer Kunstmesse überzeugt durch hohes Niveau und Pluralität der Künstler

Zeitgenössische Kunst im Fokus

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Karin Mennen mit ihren Werken auf der Kunstmesse Weilheim.

Weilheim – Drei Tage, 52 Künstler aus ganz Deutschland und eine Vielzahl von Kunstwerken: Zum zweiten Mal, nach 2015, veranstaltete das Kunstforum Weilheim e.V. in der Stadthalle die Kunstmesse Weilheim. Circa 1 200 Besucher nutzten die Gelegenheit, um die Präsentation zeitgenössischer Kunst zu genießen, sich inspirieren zu lassen, mit den Künstlern zu sprechen und das ein oder andere Werk zu erwerben.

Die Anziehungskraft der Messe kam bereits im Vorfeld zum Ausdruck: Über 90 Künstler bewarben sich um einen Ausstellungsplatz. Eine Fachjury wählte die Teilnehmer aus den verschiedenen Bereichen der bildenden Künste aus. Vertreten waren vor allem Künstler aus Südbayern, aber auch aus Dresden und Leipzig. Auch der Norden der Republik wurde durch Karin Mennen repräsentiert. Sie kommt aus Osnabrück und verbringt viel Zeit an der Küste. „Ich habe irgendwann festgestellt, dass ich das Meer brauche. Mich fasziniert das Wasser“, so Mennen. Sie studierte in Düsseldorf und Wien, ließ sich von den Meistern in den Museen Europas inspirieren. Für ihre eigenen Werke, Bilder und Plastiken, lässt sie sich vom Meer, den Farben, dem Licht und den Tieren in der Landschaft inspirieren. „Das Tier gehört zur Landschaft und bestimmt diese“, beschreibt Mennen. Das kann zum Beispiel ein Vogelzug sein, ein Widder, oder ein gestrandeter Wal. „Ich sehe den Wal oder auch ein Schiffswrack und frage mich, was ist ihm zugestoßen.“ Was sich in Mennens Werk immer wieder findet, ist das Wasser, das „Sehnsuchtsmotiv“.

Eindrücke von der Kunstmesse Weilheim 2017

Ebenfalls mit Wasser, oder dessen Abwesenheit, hat sich Heinz Stoewer aus Bad Tölz in seiner Palm Springs Serie beschäftigt. Derzeit setzt Stoewer sich mit Köpern und deren Wahrnehmung auseinander und auch hier spielt das Wasser eine Rolle. Der Maler hat viel Zeit in Kalifornien verbracht und sich Anregungen für seine Bilder geholt. „Ich habe mich mit der Architektur der 50er Jahre beschäftigt und damit was passiert, wenn das Wasser weg ist.“ Der Mensch und sein Körper stehen ganz im Fokus seiner neueren Arbeiten. „Ich zoome heran, suche mir Details. Ich gehe der Frage nach, was wir bei Ansichten von Körpern empfinden.“

Einen gänzlich anderen Ansatz hat Iris v. Huene aus Aidenried. „Ich arbeite krass intuitiv und ich bin besessen von Baumstämmen.“ Das Material für ihre Skulpturen ist daher massives Holz, meistens Eiche und so kann eine Skulptur durchaus 200 Kilo wiegen. Für ihr künstlerisches Schaffen werden aber keine Bäume gefällt. „Ich arbeite mit Restholz. Es ist eine Wertschätzung dem Holz gegenüber.“

Zur Vernissage der Kunstmesse am Donnerstagabend kam auch der diesjährige Schirmherr Friedrich Denk, der unter anderem Mitglied bei der Bayrischen Akademie der schönen Künste und dem PEN-Zentrum Deutschland ist und früher am Gymnasium in Weilheim Deutsch unterrichtete. „Ich komme jeden Tag her und spreche mit den Künstlern“, erzählte Denk. „Die Werke sind sehr kraftvoll.“ Man spürt seine Begeisterung für die Kunst, die nicht nur darin zum Ausdruck kommt, dass er plant, ein oder zwei Werke zu erwerben: „Die Bildende Kunst lehrt uns das Sehen und zu sehen gibt es in der Stadthalle sehr viel.“

„Ich freue mich, dass die Kunstmesse das kulturelle Leben im Landkreis bereichert“, so Landrätin Andrea Jochner-Weiß anlässlich der Eröffnung. „Kunst ist alterslos. Sie bereichert das Leben.“ Bürgermeister Markus Loth verwies in seiner Ansprache auf die „äußerst aktive und rührige Künstlerszene“ in Weilheim und der Region. Kunst sei zwar „nicht lebensnotwendig“, aber „unverzichtbar und gehört zum Leben dazu“.

Andrea Kreipe, Künstlerin und Mitorganisatorin, zieht nach drei Tagen Kunstmesse Resumee: „Die Stimmung war sehr gut und die Künstler wollen 2019 wieder kommen.“ Sie erzählte außerdem, dass Schirmherr Denk sich mit Walter Grasskamp, Professor für Kunstwissenschaft, unterhalten habe, laut dessen Aussage das Niveau in Weilheim höher sei als auf der Kunstmesse ArtMuc in München. Auch die Vernetzung der Künstler untereinander habe gut funktioniert, stellte Kreipe fest.

Von Melanie Wießmeyer

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