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Weniger Straftaten: Weilheimer Polizei-Chef stellt Sicherheitsbericht vor

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Von: Sofia-Leonie Wiethaler

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Unfall Warndreieck
Leicht angestiegen ist die Zahl der Verkehrsunfälle im letzten Jahr. © Symbolbild: Bildagentur PantherMedia / Frank Straube

Weilheim – „Gute Zahlen“, was die Anzahl der Straftaten 2021 im Stadtgebiet Weilheim anbelangt, konnte der örtliche Polizei-Chef Harald Bauer in einer der letzten Stadtratssitzungen präsentieren. Weniger prächtig sieht allerdings die Personalsituation aus.

Die Straftaten in Weilheim hätten den niedrigsten Stand seit 2006 erreicht, sagte Bauer. 2021 lag die Zahl bei 1 053 – 2006 waren es noch 1 521. Stark rückläufig sind die Fälle im Vergleich zum Vorjahr zum Beispiel bei den Diebstahlsdelikten (207 statt 369). Auch die Betrugsdelikte sanken von 160 auf 136. In diesem Feld müsse aber insbesondere auf die Internetkriminalität geachtet werden, so Bauer, „die leider Gottes“ vor allem ältere Mitbürger um ihr Geld bringen würde. Corona würde bei den rückläufigen Zahlen zwar eine Rolle spielen, jedoch sei die konkrete Beeinflussung nur schwer zu bestimmen. Man müsse schauen, was die Zahlen nächstes Jahr bringen. Die Aufklärungsquote lag 2021 bei 69,3 Prozent, 71,7 Prozent waren es im Vorjahr. Die Zahl der Tatverdächtigen (563) ist mit 427 überwiegend männlich. Dafür, dass die Kinder- und Jugendkriminalität leicht über dem Schnitt in Bayern liegt, könnten laut Bauer die vielen Schulen in Weilheim ein Grund sein.

Als weiteren Punkt sprach der Weilheimer Polizei-Chef die Sicherheitswacht an. Hier ginge die Zahl der Angehörigen leider nach unten – aktuell sind es nur noch sechs Personen. Daher richtete Bauer auch einen Appell an alle Interessierten. Die Sicherheitswacht würde dringend Nachwuchs suchen. Geleistet wurden im Jahr insgesamt 618 Stunden, somit circa 50 Stunden monatlich. Pro Stunde gibt es für die Ehrenamtlichen acht Euro.

Viel zu tun gab es für die Beamten bei Versammlungen in Weilheim. Insgesamt wurden 2021 65 betreut (59 im Vorjahr). In Summe wurden dafür 345 Beamte und Beamtinnen eingesetzt. Einen Bezug zu Corona hatten 25 Versammlungen. Die „Versammlungsfreudigkeit“ der Bürger und Bürgerinnen würde zunehmen, so Bauer. Für die Demokratie sei dies auch nicht verkehrt, merkte der Polizei-Chef an.

Leicht angestiegen sind die Verkehrsunfälle – 657 waren es 2021 (641 2020). Jedoch sind die Unfälle im Langzeitvergleich deutlich zurückgegangen, wie im Sicherheitsbericht zu lesen ist. Bei 97 Unfällen kamen Personen zu Schaden. Nahezu gleich geblieben ist die Zahl der Unfallfluchten. 171 Fälle waren es 2021 und 167 im Vorjahr. 73 davon konnten aufgeklärt werden.

Bei 41 Unfällen waren Radfahrer beteiligt – 38 davon endeten mit einem Personenschaden. In neun Fällen wurden Menschen schwer verletzt. Verkehrsunfälle mit Pedelecs gab es acht – bei allen wurden Personen verletzt.

Im Anschluss meldeten sich die Mitglieder des Stadtrats zu Wort. Brigitte Gronau (Grüne) sprach Beschwerden von Geschäftsleuten bezüglich der Montagsdemos an. Gerade die Trommeln seien problematisch. Daher erkundigte sie sich nach einem möglichen Ortswechsel. Laut Bauer ist die zuständige Behörde dafür das Landratsamt. Jedoch sei die Versammlungsfreiheit ein „hohes Gut“ und die Behörde bräuchte „ganz gravierende Gründe“ um den Ort zu ändern.

Marion Lunz-Schmieder (CSU) wollte wissen, worin Bauer die Probleme bei der Nachwuchsgenerierung der Sicherheitswacht sieht. Auch interessierte sie, ob die Polizeiinspektion an sich personell ausreichend ausgestattet sei. Laut Bauer bekommen die Angehörigen der Sicherheitswacht in der Bevölkerung viel Anerkennung. Eigentlich sei es eine „rund um tolle Geschichte“. Vielleicht herrsche aber noch zu viel Unwissenheit über das Ehrenamt – außerdem gebe es wahrscheinlich auch eine Scheu vor der Zivilcourage. Was die personelle Situation der Weilheimer Polizei anbelangt fand Bauer klare Worte: „Wir sind absolut am Limit.“ Er nannte unter anderem Herausforderungen wie den G7 Gipfel, die Passionsspiele, die gestiegene Zahl der Versammlungen und die Unterstützung der Gesundheitsämter. Es werde zwar immer mehr Personal eingestellt, jedoch komme dies nicht an der Basis an. Grund dafür sei, dass die Aufgaben schneller als das Personal wachsen würden, sagte Bauer auf Nachfrage von Rüdiger Imgart (AfD).

Dr. Claus Reindl (BfW) merkte an, dass es Radfahrer gebe, welche die Regeln missachten würden. Dieser Einschätzung gab Bauer recht. Fahrradfahren würde zum Glück immer beliebter. Jedoch sei zum Beispiel nachts ohne Licht zu radeln „sehr gefährlich“. Und was das Fahrradfahren auf Gehwegen anbelange, sei es fast „ein Kampf gegen Windmühlen“.

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