Vom Klassenzimmer aufs Segelboot

Weilheimer Schülerin wird ein halbes Jahr auf hoher See verbringen

Frau und Mädchen
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Obwohl der Abschied von ihrer Mutter sicher nicht ganz leicht fiel, freut sich Magdalena bereits auf die neuen Herausforderungen.

Weilheim – Das Meer mit all seinen Tücken und Geheimnissen übt auf viele Menschen eine besondere Anziehungskraft aus.

Die rauen aber auch die schönen Seiten des Lebens auf hoher See wird nun die 16-jährige Gymnasiastin Magdalena kennen lernen. Innerhalb des Forschungsprojektes der Uni Erlangen-Nürnberg „Klassenzimmer unter Segeln“ (KuS) wird Magdalena ein halbes Jahr auf einem Großsegler verbringen. Darauf aufmerksam wurde die Weilheimerin, die in ihrer Freizeit viel Sport treibt und Geige spielt, vor einigen Jahren durch einen Zeitungsartikel, den ihr ihre Großmutter zeigte. Seither war es ihr Wunsch, ebenfalls an dem Projekt teilzunehmen.

Nach einem Infoabend in Nürnberg folgte die schriftliche Bewerbung, für die Magdalena auch ein Motivationsschreiben und ein Empfehlungsschreiben eines Lehrers benötigte. Wer damit überzeugen konnte, wurde zum Probeturn eingeladen. Heuer fand dieser aufgrund von Corona allerdings online statt. Nachdem die 16-Jährige auch die dort gestellten Teamarbeiten erfolgreich gemeistert hatte, kam nach langem Hoffen die Zusage. Durch die Pandemie musste Magdalena vor ihrer Abreise nach Kiel in Quarantäne und mehrere Corona-Tests machen.

An Bord werden sich die Gymnasiastin und die anderen Teilnehmer bei den verschiedenen Aufgaben einbringen. Dazu gehören auch Nachtwachen und Kochen, wie die Weilheimerin berichtet. Damit die Jugendlichen kein Schuljahr verlieren, wird an Bord nach dem bayerischen Lehrplan unterrichtet. Magdalena freut sich auf die spannende Zeit und die Abenteuer, die vor ihr liegen. Neben ihrer Familie und Freunden wird sie allerdings vor allem ihr geräumiges Zimmer vermissen.

Laut Magdalena soll durch das Projekt unter anderem herausgefunden werden, wie sich die Persönlichkeit der Teilnehmer mit der Zeit verändert. Dafür müssen die Jugendlichen verschiedene Fragebögen ausfüllen. Insgesamt sind sie auf dem Schiff „Thor Heyerdahl“ sechs Monate unterwegs. Ihre Route führt sie voraussichtlich von Kiel über die Kanarischen Inseln, die Kapverden und die Azoren. Der Kontakt zur Familie beschränkt sich dabei auf Briefe oder Anrufe bei den wenigen Landgängen. Mehr Infos zu dem Projekt gibt es hier.

Von Sofia Wiethaler

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