»Roter Faden« für Stadtentwicklung

Stadtrat beschließt Weilheimer Charta für nachhaltigen Wohnungsbau

Symbolfoto: Baupläne, Zirkel und Stift.
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Beim Wohnungsbau soll zukünftig die Weilheimer Charta berücksichtig werden.

Weilheim – „Die Charta ist ein roter Faden, aber keine Satzung“, stellte Bürgermeister Markus Loth (BfW) gleich zu Beginn fest.

Danach äußerte sich Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt-Sommer zur „Weilheimer Charta für nachhaltigen Wohnungsbau“. Sie sei eigentlich im Rahmen der Experten- und Bürgerbeteiligung der geplanten Bebauung „Nördlich der Geistbühelstraße“ entstanden. Jedoch solle sie künftig für das ganze Stadtgebiet gelten und als „Leitschnur“ für die Stadtentwicklung fungieren.

Ullrich Klinkicht (Weilheim Miteinander) ordnete die Charta grundsätzlich als „zu befürworten“ ein. Er monierte aber unter anderem, dass sie sich nicht nur auf die Wohnbebauung beschränken sollte, sondern auch Gewerbegebiete berücksichtigen sollte. Zudem hoffte er, dass die Charta auch wirklich zum Einsatz kommt. Laut Roppelt-Sommer ist die Charta „nicht in Stein gemeißelt“, weswegen weitere Bausteine dazu kommen können. Was die Umsetzung anbelangt hofft die Stadtbaumeisterin, dass das Gremium die Charta immer zur Hand nimmt – „die Entscheidung treffen aber Sie“. Horst Martin (SPD) gab an, dass die Charta „mit Bürgern für Bürger“ entwickelt worden sei. Man könne sich ihr gut als Instrument bedienen. Das Problem der Qualität statt Quantität liege aber weiterhin vor ihnen. Das Wachstum Weilheims müsse in den Griff bekommen werden, damit sich die Stadt so entwickelt wie man sie braucht.

Gerd Ratter (ÖDP), der sich zwar freute bei der Entstehung der Charta beteiligt gewesen zu sein, störte vor allem eins: Der Begriff „Gemeinwohl“ wurde in der Endfassung durch „Wohl der Allgemeinheit“ ersetzt. Er könne nicht verstehen, warum dieser Begriff negativ besetzt sei und wünschte sich ein „klärendes Gespräch“. Laut Drittem Bürgermeister Alfred Honisch (Grüne) hat sich die Mehrheit so entschieden, da man nicht wollte, dass die Charta an dem Begriff „kippt“. Auch Loth gab an, dass man sich darauf basisdemokratisch geeinigt hätte. Es sei wichtig, so Dr. Claus Reindl (BfW), die Charta bei Neubauprojekten „mit Leben zu füllen“. Es werde zwar nicht immer alles zu 100 Prozent umsetzbar sein, man müsse aber das Optimum herausholen. Zweite Bürgermeisterin Angelika Flock (CSU), die selbst beteiligt war, zeigte sich dankbar für den offenen Prozess. Es sei dabei etwas geschaffen worden, was für andere Städte als Vorbild fungieren könne. Nun sei es an „uns“ es auch umzusetzen.

Aufgenommen wurde zudem von Roppelt-Sommer der von Grünen-Politikerin Brigitte Gronau während der Sitzung gemachte Vorschlag eines Jahresberichts zur Charta.

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