Tiefgarage wird nicht gefordert

Weilheimer Stadtrat fällt knappe Entscheidung zum Autohaus-Neubaus MedeleSchäfer

Montage: Visualisierung des neuen MedeleSchäfer-Standortes
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So sieht die Visualisierung des neuen MedeleSchäfer-Standortes in Weilheim aus.

Weilheim – Ein solch knappes Ergebnis kommt im Weilheimer Stadtrat selten vor. 

Letztendlich gab es ein „Unentschieden“ bei der Frage, ob die Stadt beim Neubau des Autohauses MedeleSchäfer eine Tiefgarage für die Unterbringung der Mitarbeiterparkplätze fordert. Somit fiel die Entscheidung gegen eine Tiefgarage. Im Bauausschuss, der einige Tage vorher stattfand, sah das Ergebnis noch ganz anders aus. Eine deutliche Mehrheit sprach sich dort für die Forderung aus. Damals hätten sie allerdings das Bodengutachten noch nicht gekannt, welches MedeleSchäfer in Auftrag gegeben hatte, erklärte Brigitte Holeczek (BfW) ihre damalige Entscheidung.

Wie Manfred Stork, Sachgebietsleitung Bauverwaltung, ausführte, habe das Gutachten ergeben, dass die Tiefgarage aufgrund des Grundwassers „komplett wasserdicht“ gebaut werden müsste. Das sei für den Bauherren mit erheblichen Mehrkosten und Risiken verbunden.

Rupert Pentenrieder (BfW) sprach sich gegen eine Tiefgarage aus. Dies habe der Stadtrat bisher bei keinem Gewerbebau gefordert. Wenn müsste man das dem Investor im Vorfeld sagen. Jedoch bestehe dann die Gefahr, das Gewerbe abwandere.

Manuel Neulinger (Grüne) kam für sich zu dem Entschluss, dass das ganze Projekt nicht das sei, was er an dieser Stelle gerne sehen würde. Auf den Flächenverbrauch bezogen könne die Stadt nicht immer, wenn es konkret werde, ein Auge zudrücken. „Ein bisschen platt“ von dieser Aussage zeigte sich daraufhin Bürgermeister Markus Loth (BfW), immerhin hätte der Stadtrat den Grundsatzbeschluss bereits gefasst.

„Es ist nicht so, dass das Unternehmen einfach sagt ‚Wir bauen ein neues Autohaus‘“, machte Stefan Zirngibl (CSU) deutlich. Grund für den Neubau ist eine Forderung des Herstellers Daimler an seine Partner, wie Johannes Medele, der zusammen mit Peter Schäfer als Geschäftsführer fungiert, bei einem Pressegespräch erklärte. Zudem seien im Vorfeld verschiedene Standorte geprüft und abgewogen worden, sagte Zirngibl. Das Gremium müsse, unabhängig von der inzwischen neuen Zusammensetzung, zu seinem Grundsatzbeschluss stehen. „Der Bauherr muss sich verlassen können.“

Laut Grünen-Vertreter Karl-Heinz Grehl sei die Grundwassersituation mittlerweile kein Hindernis mehr. In Weilheim würde „so ziemlich jede“ Tiefgarage im Grundwasser stehen. Horst Martin von der SPD sah derweil eine Tiefgarage als „schwierig aber nicht unmöglich“ an.

Dann bekamen auch die Geschäftsführer überraschend die Möglichkeit sich zu äußern. Der Neubau werde gebraucht, da das Autohaus sonst die Mercedes-Lizenz verliere, erklärte Schäfer. Er gab zudem auf Nachfrage des Kreisboten an, dass durch den Einsatz von Rasenwaben nur zwei Prozent der Fläche für die Mitarbeiterparkplätze versiegelt würden.

Mehrheitlich zugestimmt wurde der durch den Bauherren gewünschten Erweiterung der nördlichen Baugrenze um zwei Meter. Dies sei notwendig, um das dort vorgesehene Reifenlager etwas größer zu gestalten, sagte Schäfer. Er betonte jedoch, dass sie sich „deutlich weiter zurück“ von der Baugrenze halten würden, als es der alte Bebauungsplan zulässt.

Von Sofia Wiethaler

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