Hilfe aus ganz Deutschland

Weilheimer THW nach Hochwasserkatastrophe im Einsatz

Tobias Illich, Alexander Kunz, Benedikt Reger und Andreas Hellebrandt.
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Die Weilheimer THWler (v.li.) Tobias Illich, Alexander Kunz, Benedikt Reger und Andreas Hellebrandt sind derzeit in Ahrweiler im Einsatz.
  • Stephanie Novy
    VonStephanie Novy
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Weilheim/Ahrweiler – Die Situation in den betroffenen Regionen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist nach der Hochwasserkatastrophe immer noch angespannt. Aus Weilheim sind Einsatzkräfte vom THW vor Ort, um zu helfen.

„Die Fernsehbilder zu sehen ist das eine“, sagt Alexander Kunz. „Aber es selbst zu sehen ist etwas ganz anderes.“ Der Ehrenamtliche vom THW ist zusammen mit drei weiteren Kameraden vom Zugtrupp seit vergangenem Wochenende im Raum Ahrweiler, Rheinland-Pfalz, im Einsatz. Die Weilheimer Räumgruppe mit sieben Mann folgte mitsamt einem Bagger kurz darauf. „Es ist fast, als hätte sich ein Bombenteppich über die Region gelegt“, beschreibt Kunz das Ausmaß der Schäden nach dem schweren Hochwasser.

Jetzt versuchen die THWler, die zusammen mit rund 100 Kameraden aus ganz Deutschland im Einsatz sind, so gut es geht, den Menschen vor Ort zu helfen. Vor allem die Trinkwasserversorgung gilt es wieder herzustellen. Kunz und seine Kameraden arbeiten „mit Hochdruck“ daran, die beschädigten Leitungen wieder instand zusetzen. Die Zeit drängt. Zumal nicht nur der Ort Ahrweiler ohne Trinkwasser ist. 14 weitere Dörfer in der Umgebung würden ebenfalls mit dieser Leitung versorgt, wie Kunz berichtet. In Ahrweiler selbst sind IBC Container aufgestellt. Dort können die Bürger Brauchwasser holen, um etwa Wäsche zu waschen. Vor der Schule, wo die Weilheimer stationiert sind, wurden Dusch- und WC-Container für die Anwohner aufgestellt. Trinkwasser gibt es derzeit nicht aus der Leitung, sondern nur aus angelieferten PET-Flaschen.

Die Helfer vom THW sind unter anderem damit beschäftigt, die Trinkwasserversorgung und den Abwasserkanal wiederherzustellen.

Kunz rechnet damit, dass sie es bis Samstag schaffen, die Wasserleitungen wieder zu reparieren. Am Sonntag soll es dann zurück nach Hause gehen. „Irgendwann ist man einfach durch.“ Die Arbeit der Helfer ist belastend. Von sieben Uhr morgens bis teils um 23 Uhr seien sie beschäftigt, erzählt Kunz. Neben der Instandsetzung der Trinkwasserleitung gilt es noch den Abwasserkanal herzustellen. Zudem sind die Weilheimer damit beschäftigt rund 200 bis 250 Gasflaschen von einem Campingplatz aufzusammeln. „Die Ahr ist durch den Campingplatz durchgeschossen. Da steht nichts mehr.“ Dabei habe es die Gasflaschen weggespült. Jetzt gilt es, diese wiederzufinden und einzusammeln. „Gott sei Dank ist es gerade nicht so heiß“, sagt Kunz. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass die Gasflaschen explodieren.

Die Arbeit ist anstrengend. Nicht nur körperlich, auch psychisch. Während die Helfer weg sind, warten zuhause meist Familie und die eigentliche Arbeit. Kunz erzählt zudem, wie er und die anderen Helfer immer wieder mit Anwohnern ins Gespräch kommen. „Die haben nichts mehr.“ Häuser, Autos, aber auch Gegenstände mit großem ideellen Wert wie etwa Erinnerungsfotos seien weg. Nicht zu vergessen, dass bei der Umweltkatastrophe hunderte Menschen ums Leben kamen. Erst kürzlich wurden in Ahrweiler wieder zwei Leichen geborgen, wie Kunz sagt. Keine leichte Situation für die Helfer. „Aber wir müssen immer damit rechnen.“

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