"Wir müssen mehr fürs Image tun"

Weilheimer Zuchtverbände beklagen Berichterstattung über Tiertransporte

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Herausragende Leistungen in der Milcherzeugung sowie besondere Verdienste in der Rinderzucht und im Verband. Die Geehrten 2020 mit den Vertretern der Zuchtverbände.

Weilheim – Die Empörung der Landwirte über einseitige, aufgebauschte Pressemeldungen von Quälereien bei Tiertransporten sowie einen unsachgemäßen Einsatz von Düngemitteln wurde auf der Jahreshauptversammlung 2020 der Zuchtverbände deutlich.

Und zwar im Konsens mit den Vertretern der Kommunalpolitik aus den Landkreisen Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen. Dass das Referat „Tiertransporte – wohin die Reise geht“ als Hauptthema angesetzt wurde, war dafür ein klares Zeichen. Gleich zu Beginn übte der Vorsitzende der Zuchtverbände Peter Ginter Kritik an der Politik. „Dass sie sich von einigen lautstarken AktivistInnen, die wenig oder gar keine Ahnung von der Landwirtschaft haben, so beeinflussen lässt, das kann so nicht sein.“ Ähnliche Meinungen vertraten die Grußredner aus der Kommunalpolitik. Stadtrat Rupert Pentenrieder, Landrätin Andrea Jochner-Weiß und ihr Kollege aus Garmisch-Partenkirchen Anton Speer sorgten sich um den guten Ruf der „bäuerlichen Metropole“ Weilheim und sehen die Landwirte zu Unrecht gescholten. „Da haben sich viele Laien zu wahren Experten gemausert“, so Pentenrieder. Speer kritisierte eine ständig wachsende, überbordende Bürokratie und bewunderte alle, die unter diesen Voraussetzungen weitermachten oder den Beruf ergriffen.

Das Hauptreferat der Mitgliederversammlung hielt Dr. Jens Baltissen vom Bundesverband Rind & Schwein. Der Veterinär nahm Stellung zu dem von den Bundesländern verhängten Stopp der Tiertransporte. Es gäbe eine Kampagne gegen Langstrecken-Transporte, die aber nichts mit Deutschland zu tun hätten. Betroffen wären Masttiere aus dem Ausland. Der angeordnete Stopp sei in den Augen des Verbandes rechtswidrig. Vermutungen reichten nicht für eine Verweigerung. Hintergrund: Der Transportstopp betrifft vor allem den Export von Kälbern, die einen großen Anteil an der Vermarktung einnehmen. Der Verband beabsichtigt unter anderem den Rechtsweg einzuschlagen, runde Tische mit Tierärzten, Transporteuren und Politikern zu organisieren, einen verbindlichen Tiertransportstandard zu erarbeiten sowie eine verbesserte Pressearbeit in eigener Sache.

Geschäftsführer Helmut Goßner beschrieb 2019 im Jahresbericht aufgrund der Blauzungenkrankheit, der drohenden Schweinepest und der Probleme beim Kälbertransport als schwieriges Jahr. „Wir hoffen sehr, dass sich die Lage stabilisiert und eine vernünftige Diskussion auf sachlichem Niveau stattfindet“, fasste er zusammen.

Von Georg Müller

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