Weihnachten auf hoher See

Weilheimerin berichtet vom Klassenzimmer unter Segeln

Das Schiff „Thor Heyerdahl“ auf den Kanaren.
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Das Schiff „Thor Heyerdahl“ auf den Kanaren. Mit ihm werden die Teilnehmer des Forschungsprojekts in Kürze in Richtung Kap Verden aufbrechen.

Weilheim – Im Oktober hat sich die Weilheimer Gymnasiastin Magdalena auf das Abenteuer „Klassenzimmer unter Segeln“ begeben. Innerhalb des Forschungsprojektes der Uni Erlangen-Nürnberg „Klassenzimmer unter Segeln“ (KuS) wird sie ein halbes Jahr auf einem Großsegler verbringen. Kürzlich gab sie dem Kreisboten ein Update von ihrer Reise.

„Langsam neigt sich unser Kanaren-Aufenthalt dem Ende zu. Wir erlebten hier drei Wochen lang schönste Natur (...) mit je circa einer Woche auf La Palma, La Gomera und Teneriffa. Wir waren in vier Kleingruppen an vier unterschiedlichen Stationen teilweise mit Zelt unterwegs. Auf La Palma war eine Station in Puntesgorden im Norden der Insel. Von dort aus haben wir eine Tageswanderung nach Las Tricias unternommen, wo wir eine Gofio-Mühle besichtigt haben. Eine weitere Tageswanderung ging in die Caldera de Taburiente. Die Landschaft war einfach atemberaubend und unbeschreiblich schön. Im Süden der Insel stand dann in Puerto Naos die Besichtigung einer Bananenplantage auf dem Programm.

Auf La Gomera haben wir für drei Tage auf einem traditionell geführten landwirtschaftlichen Hof mitgearbeitet. Die anderen Tage haben wir Ausflüge in die Umgebung gemacht und von Experten etwas über die eingewanderten und einheimischen Arten auf den Kanaren gelernt. Wir hatten für den Aufenthalt Beobachtungsaufgaben bekommen wie: Wie sieht die Vegetation aus? Wie wird Energie auf den Kanaren gewonnen?

Die letzte Woche verbrachten wir in Häuschen auf Teneriffa in der Nähe von Puerto de la Cruz in Quarantäne. Wir hatten normal Unterricht, während dem wir unter anderem unsere Beobachtungen von unterwegs besprochen haben. Daneben gab es hier natürlich auch Zeit zum Tennis und Tischtennis spielen und den Pool zu genießen.

Unser bewährtes Hygienekonzept begleitet uns auch hier auf den Kanaren: Masken, Abstand, etc. Wir haben auch zwischen den Kleingruppen Abstand gehalten.

Eine Herausforderung war die Seekrankheit auf der Überfahrt zwischen den Inseln, bei der wir Masken auf dem Schiff tragen mussten. Durch die Corona-Maßnahmen konnten wir leider nicht ins Museum Guimar gehen und nicht die Witwe von Thor Heyerdahl treffen. Herausfordernd war außerdem das Kochen als der Strom ausgefallen ist. Guacamole ging aber trotzdem und war fantastisch, die Avocados haben wir hier ja wachsen sehen. Das besondere an unserem Kanaren-Aufenthalt war, dass es der erste richtige Landaufenthalt nach unserer Zwangspause auf Helgoland war, als die Stürme in der Biskaia uns nicht weiterreisen ließen. Die Natur ist sehr abwechslungsreich und spannend mit Strand, Wasser, Wellen, Sonne auf der einen Seite und auf der anderen die hohen, schroffen Berge, regenwaldähnliche Wälder und steile Schluchten. Einmalig schön!

Das Lernen unter Segeln bei warmen Temperaturen ist prima, während man sich dabei in kurzen Hosen die Sonne auf den Pelz scheinen lässt. Mit 50 Personen an Board zu sein ist für mich sehr angenehm, ein Privileg in Corona-Zeiten! Wir kommen prima zurecht.

Hier vermisse ich manchmal den Nachbarskater Ludwig, der es sich jetzt sicher in der warmen Stube gemütlich macht, aber Heimweh habe ich nicht. Uns bleibt tatsächlich auch keine Zeit sich Sorgen zu machen. Ich frage mich gerade, wie es jetzt wohl in Weilheim mit dem erneuten harten Logdown ist.

Wir haben uns die restliche, vorweihnachtliche Zeit auf Teneriffa mit Plätzchen backen und Basteln vertrieben. Jeder bastelte an einem Wichtelgeschenk für Weihnachten. Geduld brauchten wir beim Backen, als der Strom ausfiel und unser Teig erst einmal als großer Kloß liegen blieb. Ich bin schon sehr gespannt wie Weihnachten wird! Ob wir wohl einen provisorischen Weihnachtsbaum haben? Werden wir etwas singen? Unsere Instrumente haben wir ja dabei. Und es wird bestimmt etwas damit musiziert. Auf jeden Fall freue ich mich schon auf unser Weihnachten zu 50. Das wird ganz anders als zu Hause!“

Mehr zu Magdalenas Abendteuer hier.

Von Kreisbote

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