Loth blickt zurück

Weilheims Bürgermeister lässt 2020 Revue passieren und gibt Ausblick für neues Jahr

Weilheimer Bürgermeister Markus Loth
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Weilheims Bürgermeister blickt auf das Jahr zurück.

Weilheim – Er nutze die Stadtratssitzung im Dezember gerne, so Bürgermeister Markus Loth, „um die städtischen Ereignisse des zu Ende gehenden Jahres nochmals in Erinnerung zu rufen“. 

So tat es das Stadtoberhaupt auch heuer. 2020 gab es zwei „herausragende Gegebenheiten“: die Kommunalwahl und das Virus Covid-19. „Insbesondere Letzteres hat alle anderen Begebenheiten des Jahres überschattet – sie schienen gelegentlich nahezu unwichtig bis nicht vorhanden.“ Daher bemühte sich Loth in seinem Jahresrückblick die anderen Themen besonders ins Licht zu stellen. „Es ist erstaunlich, wie viel sich doch getan hat in unserer Stadt – trotz Lockdown und Lockdown light.“

Das Frühjahr sei durch die Kommunalwahl geprägt gewesen. Der Stadtrat sei „bunter“ geworden. „Wir haben neben den in unserer Stadt etablierten Parteien und Wählervereinigungen neue hinzubekommen.“ Die Interessen und Ansichten der Mitglieder lägen entsprechend ihrer Zugehörigkeit teilweise weit auseinander. „So sind die Diskussionen angeregt, teilweise gar kontrovers und somit sehr interessant, aber auch langwieriger.“ Da es sich in Weilheim gut leben lasse, habe die Stadt stetigen Zuwachs. „Zum Stichtag 1. Dezember hatten wir genau 23 393 Einwohner“, berichtete Loth.

Klamme Kasse

Mehr Einwohner seien aber nicht gleichbedeutend mit höheren Einnahmen. „Die städtischen Finanzen haben uns 2020 leider schon einiges an Kopfzerbrechen bereitet.“ Zunächst konnte der Haushalt wegen den Planungen zum Hochwasserschutz Angerbach erst im April 2020 beschlossen werden. Jetzt muss der Haushalt, „der bereits auf Kante genäht ist“, auch noch die Corona-Pandemie mit den wegbrechenden Einnahmen verkraften. Aktuell gehe es um fast 2,5 Mio. Euro. „Wir stehen derzeit mit dem Rücken zur Wand und hoffen, dass die staatlich zugesagten Unterstützungen einen annähernden Ausgleich bringen werden“, fand der BfWler deutliche Worte. Wegen der vielen Unsicherheiten im Zahlenwerk wird der Haushalt 2021 auch frühestens im Februar nächsten Jahres behandelt werden.

Dass es trotzdem weiter gehe, würden unter anderem die Einweihung des zentralen Busbahnhofs und die nun weitestgehend abgeschlossene Generalsanierung der Grundschule an der Ammer zeigen. Mehr Einwohner würden auch zu mehr Kindern führen. Die offene Ganztagsbetreuung der Grundschule „Am Hardt“ sei daher „ein toller Erfolg.“ Allerdings kommen damit die Räumlichkeiten an ihre Kapazitätsgrenze. Ein eingeschaltetes Planungsbüro untersuchte den künftigen Bedarf an Räumen. In verschiedenen Workshops wurde ein Konzept erstellt. Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen stehe – auch wegen der angesprochenen Haushaltslage – noch aus. In direkter Nachbarschaft entsteht derzeit der erste Bauabschnitt einer neuen Kita auf den Sonnenäckern. Die Einrichtung mit zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen soll in der zweiten Hälfte 2021 in Betrieb gehen. Träger ist die „FortSchritt gGmbH“. Mitte März eröffnete die neue Kita „Die Weltentdecker“ in Trägerschaft des BRK-Starnberg am Volksfestplatz. Dort entstanden bis zu 74 „dringend benötigte Kita-Plätze“.

Zukunftsthema Radwegenetz

Hoffnung gebe es für die „lange ersehnte und dringend notwendige“ Sanierung und Umgestaltung des Stadtmuseums. Aus einem 2019 ausgelobten Architektenwettbewerb entstand ein „vielversprechender Entwurf“ für die denkmalgerechte Sanierung. Wann und in welchem Umfang damit begonnen werden kann, hänge aber unter anderem vom städtischen Haushalt der kommenden Jahre ab. Mit der Erstellung eines Radverkehrskonzepts für Weilheim wurde im Frühjahr das Büro Gevas Humberg & Partner beauftragt. Die anschließend tätigen Arbeitskreise kamen zu dem Ergebnis, „dass Weilheim bereits flächig Rahmenbedingungen für den Radverkehr gelegt hat, es allerdings noch an einer stringenten Durchgängigkeit der Fahrradrouten fehlt.“ Der Abschluss des Konzeptes sei im Frühjahr 2021 zu erwarten.

Auch ein weiteres Aufregerthema im Jahr 2020 sprach Loth an: „Im Rahmen der Unterhaltungsmaßnahmen am Flussbett der Ammer bietet das Wasserwirtschaftsamt der Weilheimer Bevölkerung zwei Sitzstufenanlagen an der Westseite der Ammer an. Die Stadt übernimmt den Unterhalt und die Verkehrssicherungspflicht und hofft, dass die Bürger Freude an den neuen Plätzen an der Ammer haben und diese mit dem gebührenden Respekt gegenüber der Umwelt und Nachbarschaft nutzen.“ Zudem ging Loth auf die Thematik Entlastungsstraße ein. Die Stadt würde nach wie vor die Durchführung einer zweiten Bürgerbefragung zur Entlastungsstraße Weilheim planen. „Mittlerweile ist die Umweltverträglichkeitsstudie zu allen untersuchten Trassenvarianten abgeschlossen. Die Ergebnisse können auf der Homepage des Staatlichen Bauamts Weilheim eingesehen werden“, gab er weiter an.

Kreative Ideen gefragt

Für kulturellen Einrichtungen wie Musikschule, Stadtbücherei und Stadttheater war das Jahr überschattet durch den Lockdown. So war die Musikschule ab 16. März komplett geschlossen. Für die Zeit der kompletten Schließung wurden die Gebühren erlassen. Währenddessen hat die Musikschule ein Video-Konferenzsystem eingerichtet, über das nach den Osterferien 76 Prozent aller Stunden online unterrichtet werden konnten. Die Eltern hätten den Einsatz honoriert „und so blieb der befürchtete Einbruch bei den Anmeldezahlen aus.“

Geschätzt über 300 kulturelle Veranstaltungen mussten heuer wegen Corona abgesagt werden. „So nutzten wir mit dem Freilicht-Projekt ‚Teatro Coronato‘ die einzige Möglichkeit, die uns der Gesetzgeber zur Realisierung von Veranstaltungen ließ. (...) Wir sind froh, diese Gelegenheit nicht versäumt zu haben“, freute sich der BfWler.

Gegen Ende seiner Ansprache ging Loth allerdings doch noch auf das Corona-Virus ein. „Die Befürchtungen einer zweiten Welle im Herbst/Winter sind zwischenzeitlich Realität geworden.“ Was im neuen Jahr folgt, sei derzeit noch nicht sicher – „zu einem Leben, wie wir es noch vor einem Jahr kannten, werden wir jedoch sicher noch nicht zurückkehren“, räumte das Stadtoberhaupt ein.

Von Sofia Wiethaler

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