Glanzvolles Konzert unter freiem Himmel

Weilheims Marienplatz zum Schwingen gebracht

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Die große Bühne vor dem Stadtmuseum bot am 23. Juli Platz für 220 Akteure. Und zur Freude aller blieb der Himmel trocken.

Weilheim – Eine mutige Idee, das Engagement hervorragender Künstler und viele fleißige Helfer ließen auf dem Marienplatz über 1200 Besucher ein musikalisches Großereignis erleben. Inmitten der stimmungsvollen Altstadtkulisse war es ein Leichtes, Herz und Ohr für die Musik zu öffnen.

Jürgen Geiger, Kirchenmusiker und Organist der katholischen Pfarreiengemeinschaft, ließ als Dirigent die 220 Mitwirkenden zur Hochform auflaufen: Das Symphonieorchester Prag, drei weitere professionelle Solisten, die Oratorienchöre der Stadtpfarreien Mariä Himmelfahrt in Weilheim und Landsberg bildeten mit den Chorklassen des Gymnasiums Weilheim einen stimmigen Klangkörper. Bravourös meisterten sie die Uraufführung des von Geiger komponierten „Te Deums“ (Text: Stadtpfarrer Engelbert Birkle) sowie Carl Orffs berühmte „Carmina Burana“.

Carmina Burana: Open Air in Weilheim

„Heute begegnen sich zwei Musikwelten“, leitete Pfarrer Birkle den Abend ein. Das Konzert bildete den Höhepunkt des „Internationalen Weilheimer Orgelsommers“ und verlieh dem Kulturwochenende „Spurwechsel“ einen Höhepunkt. Geigers „Te Deum“ zu Beginn brachte die Spiritualität von Birkles Gotteslob akustisch zum Ausdruck, wobei die Chöre mit Orchester und Schlagwerk einen druckvollen Schlusspunkt boten. Orffs vertonte Liebes- und Vagantenlieder aus dem 11. und 12. Jahrhundert setzten einen starken Kontrast. Man konnte förmlich spüren, wie die Menschen des Mittelalters den Frühling nach einem entbehrungsreichen Winter herbei sehnten und das Leben mit seinen irdischen Freuden von ihnen Besitz ergriff. Dazu trug auch das komödiantische Talent der Solisten Linda von Coppenhagen (Sopran), Robert Sellier (Tenor) und allen voran Thomas Rettensteiner (Bariton) bei, die ihren Gesang schauspielerisch belebten.

Ein lang anhaltender Applaus war allen Akteuren gewiss, wobei einige Zuhörer eine Ansage Birkles wohl missverstanden hatten: Der Pfarrer hatte eingangs eine Zugabe zum Konzertende erwähnt, wollte damit aber an die Spenderlaune des Publikums appellieren. Denn der Reinerlös des Benefizkonzertes fließt in die Renovierung der Heilig-Geist-Kirche.

Maria Hofstetter

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