Weltweit anerkannter Mediziner in Ruhestand verabschiedet

Weltweit behandeln Ärzte Krampfadern mit einem Verfahren, das ein Weilheimer Mediziner entwickelt hat. Nun geht Professor Dr. Gerald Hauer nach fast 20 Jahren Tätigkeit am Krankenhaus Weilheim in den Ruhestand. Der 65-Jährige war Chefarzt der chirurgischen Abteilung und Ärztlicher Direktor.

Ein Abschied mit zahlreichen Vertretern aus allen Bereichen und beschwingte Mozartsonaten läuteten den neuen Lebensabschnitt Hauers ein. Dabei gab er den Anwesenden am Klavier eine Kostprobe seiner Fingerfertigkeit, die auch im Operationssaal gefragt war. Dr. Hauer hatte sich vor allem in der Gefäßchirurgie und endoskopischen Operation von Krampfadern einen hervorragenden Ruf erworben. Der bekennende Klassikfan initiierte unter anderem die beliebten Sonntagsmatineen im Krankenhaus. Seine Nachfolge tritt Privatdozent Dr. Robert Obermaier an. Es war ein Abschied mit Vertretern aus allen Bereichen der Öffentlichkeit, der Kommunalpolitik, mit Kollegen, Mitarbeitern und beschwingten Mozartsonaten. Landrat Dr. Friedrich Zeller sah die große Gästezahl – 187 waren angemeldet – als Beweis enger Verbundenheit zum Krankenhaus und seinem langjährigen ärztlichen Direktor. „Seine Fähigkeiten sind ebenso unbestritten wie anerkannt. Er hat dafür gesorgt, dass das Weilheimer Krankenhaus einen guten Ruf genießt. Ich danke ihnen für ihre Leistungen und wünsche ihnen einen guten neuen Lebensabschnitt“, betonte Zeller in seiner Ansprache. Dr. Hauer verabschiedete sich mit einem Rückblick und verwob humorvoll seine 65 Lebensjahre mit bedeutenden chirurgischen Errungenschaften und Meilensteinen. Das herzliche Dankeschön für die Leistungen und die Zusammenarbeit seiner Mitarbeiter und Kollegen verpackte er in einen treffenden Vergleich. „Es ist der Vogel, der singt und nicht der Käfig“, sagte er und setzte sich bei einem anschließenden vierhändigen Musikstück gleich mit ans Klavier. Danach gab es stürmischen Applaus und stehende Ovationen. Der Ruhestand ist für den agilen Chirurgen kein Thema. Konkrete Pläne hat er noch nicht, aber er kann sich künftig verschiedene soziale Möglichkeiten vorstellen, wie etwa bei „Ärzte ohne Grenzen“ mitzuwirken, an Forschungsprojekten zu arbeiten, musikalisch tätig zu sein oder junge Kollegen zu unterstützen, zählte er auf. Mehr Zeit als bisher soll jedenfalls der Familie gewidmet werden. Die Geschäftsführerin der Krankenhaus GmbH Elisabeth Ulmer würdigte die Kompetenz Hauers als vorbildlich. Für ihn habe stets das Wohl des Patienten im Mittelpunkt gestanden. Seine Dreifachanerkennung als Unfall-, Gefäß- und Viszeralchirurg spreche für sein berufliches Können. Auch das von ihm entwickelte Verfahren zur endoskopischen Operation von Krampfadern sei beispielhaft. Es brachte ihm die Anerkennung der Fachwelt und setzte sich weltweit durch. Im Jahre 1998 wurde Hauer zusätzlich zu seinem Posten als Chefarzt zum Ärztlichen Direktor des Krankenhauses bestellt und war damit Teil des Klinikvorstandes. „Die Ära Hauer ist zwar zuende, aber es geht weiter“, sagte Ulmer. Weiter geht es im Krankenhaus mit dem 41-jährigen Dr. Obermaier, der sich am Festabend den Gästen vorstellte und seinem Vorgänger für das perfekt vorgefundene Umfeld dankte. Obermaier war fünf Jahre Leitender Oberarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie an der Uniklinik Freiburg. Sein klinischer Schwerpunkt liegt in der onkologischen Viszeral- sowie der minimal invasiven Chirurgie.

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