Verkehrsplaner stellt "innerörtliches Leitsystem" für Peißenberg vor

Schilderwald ausholzen

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Die Hinweisschilder für Gewerbebetriebe sollen sich in Peißenberg künftig auf Sammelziele wie die „Weilheimer Straße“ am östlichen Ortseingang beschränken.

Peißenberg – In der Marktgemeinde sind rund 1000 Gewerbebetriebe angemeldet. Fährt man durch den Ort, möchte man meinen, dass mindestens so viele Firmenschilder und Werbetafeln aufgestellt sind. Das soll sich ändern... 

Bei einem Infoabend in der Tiefstollenhalle wurde ein Konzept für ein „innerörtliches Leitsystem“ vorgestellt, mit dem der Schilderwald ausgeholzt werden soll.

„Schilder werden ziemlich überbewertet. 95 Prozent aller Autofahrer sind überfordert, die vielen Hinweise wahrzunehmen“, erklärte Verkehrsplaner Thomas Pihusch vor rund 20 Besuchern, unter die sich größtenteils Markträte und Gewerbetreibende mischten. Pihuschs Schlussfolgerung: Peißenbergs amtliche Wegweisung sollte sich auf rund 40 öffentliche sowie touristische Ziele beschränken und auf Gewerbebetriebe nur noch per Sammelziele hinweisen. So werde das Ortsbild stark aufgewertet, was Gesamtwerbung für Peißenberg sei und letztlich auch den Betrieben zugute käme.

Als Ergänzung für das neue Leitsystem ist die vom Gemeinderat beschlossene Werbeanlagensatzung gedacht. Danach sind gewerbliche Hinweisschilder künftig nur noch bis zur dem Betriebsstandort nächstgelegenen Straßenkreuzung erlaubt. Allerdings gibt es Probleme: Zum einen genießen bestehende Werbeanlagen auf privaten Grundstücken Bestandsschutz. Zum anderen liegen in Peißenberg „viele interessante Geschäfte an nicht exponierter Stelle“, wie Marktrat Klaus Geldsetzer anmerkte: „Wenn die nicht an den Hauptverkehrsrouten auf sich aufmerksam machen dürfen, dann fallen die unten durch.“

Pihusch machte einen Kompromissvorschlag: Demnach sollen sämtliche Gewerbebetriebe angeschrieben und gefragt werden, ob sie überhaupt Wert auf eine Beschilderung legen. In Härtefällen könne man dann „an bestimmten Knotenpunkten“ Ausnahmen zulassen. An einen hohen Rücklauf glaubt Pihusch jedoch nicht: „Die technische Entwicklung bei den Navigationsgeräten schreitet massiv voran. Irgendwann wird sich jedes Schild von selbst erübrigt haben.“ 

Das neue amtliche Leitsystem soll bis Ende des Jahres installiert sein und rund 17500 Euro kosten. Die Hälfte der Summe wird über das Leaderprogramm der Europäischen Union finanziert: „Ziel des Projektes ist es, nachher nicht mehr, sondern deutlich weniger Schilder im Ort zu haben“, so Bürgermeisterin Manuela Vanni.

Von Bernhard Jepsen

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