Weniger Verkehrstote auf den Straßen im Landkreis

Er drückt aufs Gaspedal seiner Maschine, ignoriert die Verbotsschilder, überholt einen Pkw. An seinem Ziel kommt der junge Mann jedoch nie an. Ein entgegenkommender Wagen wird ihm zum Verhängnis. Vollbremsung, Sturz. Die schwere Maschine schleudert gegen das Auto. Der Motorradfahrer stirbt im Krankenhaus. Dieser Unfall auf der Kreisstraße WM 13 bei Hohenpeißenberg forderte eines der vier Todesopfer, die es im Jahr 2009 auf den Straßen im Landkreis zu beklagen gab.

3522 Unfälle, und damit einer mehr als im Jahr zuvor, sind in der Verkehrsunfallbilanz 2009 für die Region Weilheim-Schongau aufgeführt. Franz Mayer, Chef des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd, stellte das Zahlenwerk vor Kurzem zusammen mit der Kriminalitätsstatistik (wir berichteten) in einer Pressekonferenz im Weilheimer Landratsamt vor. Registriert wurden die Unfälle im Landkreis auf einem Straßennetz, das 1635 km umfasst. Obwohl die Unfallhäufigkeit nahezu konstant geblieben ist, hatte Polizeichef Mayer Positives zu vermelden. Als „nahezu sensationell“ bezeichnete der Polizeipräsident aus Rosenheim den Rückgang bei den Unfällen mit Personenschäden. „Die Zahl der Verkehrstoten sank gegenüber 2008 (zwölf Tote) um 66,6 Prozent auf vier im Jahr 2009“, stellte Mayer fest. Bei den Verletzten war die Zahl – wenn auch nicht so gravierend – ebenfalls rückläufig. Den 860 Unfällen in 2008 standen im Jahr darauf 750 Unfälle (-12,8 %) mit verletzten Verkehrsteilnehmern gegenüber. Obwohl nicht als Hauptursache genannt, hatten die 380 durch Raser ausgelösten Verkehrsunfälle für die betroffenen Opfer die gravierendsten Folgen. Durch das Missachten von Vorfahrtsverletzungen (242 Unfälle) kamen auf den Straßen im Landkreis 147 Menschen zu Schaden. 58 Unfälle mit 35 Verletzten gingen auf das Konto alkoholisierter Fahrer. Falsch eingeschätzte Überholvorgänge führten zu zwei der vier Todesopfer im Straßenverkehr. Raser ausbremsen Auch in Zukunft, gab Mayer die Richtung vor, werde die Polizei das Geschehen auf den Straßen im Landkreis Weilheim-Schongau sorgfältig überwachen und für verstärkte Präsenz sorgen. Auf das Jahr 2009 zurückblickend wurden bei Geschwindigkeitskontrollen knapp 291000 Fahrzeuge erfasst. Über eintausend Mal wurde von den Mitarbeitern der Polizeidienststellen gemessen. In 4824 Fällen mussten die Fahrzeuglenker beanstandet werden, weil sie sich nicht an die vorgegebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen gehalten hatten. Alkohol am Steuer Bei 184 Fahrzeugführern wurde von den kontrollierenden Beamten Alkohol am Steuer festgestellt und gegen sie Anzeige erstattet. „Berauscht unter dem Einfluss illegaler Drogen“ waren fünf Verkehrsteilnehmer unterwegs. Straf- und Bußgeldverfahren sind die Folge. Jugendverkehrsschule Dass die Verkehrspolizei nicht nur Führerscheine abkassiert und Strafprotokolle schreibt, soll die Präventionsarbeit mit Schulkindern verdeutlichen. So sind landkreisweit zwei Jugendverkehrserzieher der Polizei im Einsatz. 1551 Kinder haben sie im vergangenen Jahr in Schulungen mit wichtigen Verkehrsregeln vertraut gemacht und das Erlernte in einer Fahrradprüfung getestet. Bleibt zu hoffen, dass der Appell der Polizei an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer im Landkreis fruchtet. Damit sich Unfälle wie jener, der dem Motorradfahrer auf der Kreisstraße bei Hohenpeißenberg nach einem gefährlichen Überholmanöver das Leben gekostet hat, nicht wiederholen.

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