In fünf Stunden volltanken

Werkausschuss Murnau befürwortet Ausbau der Ladeinfrastruktur

E-Ladestation Murnau Bahnhofstraße
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Strom getankt werden kann etwa an der Bahnhofstraße. Nun aber sollen weitere Ladestationen folgen.
  • VonAntonia Reindl
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Murnau – Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Ein alter Grundsatz, der die Murnauer Gemeindewerke jüngst in Eile versetzte, denn wer von der neuen Förderung für Ladeinfrastruktur von E-Autos mit einem Fördersatz von bis zu 80 Prozent der Kosten für Ladesäule und Netzanschluss profitieren will, muss schnell sein, da die Vergabe der Förderung in der Reihenfolge der Eintragseingänge durchgeführt wird. Der Antrag ist bereits raus. Wo nun Ladesäulen errichtet werden können und zu welchen Kosten, darüber sprach man in der jüngsten Sitzung des Werkausschusses.

Eines stellt Karl Steingruber, Leiter der Gemeindewerke, gleich einmal klar: „Der Antrag heißt nicht, dass wir bauen müssen.“ Und auch möchte Steingruber den finanziellen Aufwand nicht unerwähnt lassen, wenn er sagt, dass „einige Kosten auf uns zukommen“. In Absprache mit Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) und Philipp Zehnder, dem Umweltreferenten und Mobilitätsbeauftragten des Marktes, eruierten die Gemeindewerke bereits mögliche Standorte für Ladesäulen: am Viehmarktplatz 1 (Gemeindewerke), am Bahnhof, an der Biologischen Station am Murnauer Moos und am Parkplatz an der Murnauer Bucht. Auch in die Gemeinde Seehausen warf man einen Blick, wo unter Umständen ebenfalls auf dem Parkplatz am Staffelsee eine Ladesäule installiert werden könnte.

Welche Ladesäulen denn geplant seien, will Dr. Josef Raab (Grüne) da wissen, schließlich „gibt es ja verschiedene Ladesäulen.“ Man sehe normale Ladesäulen mit 11 kW vor, so Steingruber. Mit diesen bekomme man das Auto in vier, fünf Stunden voll. Wolfgang Küpper (ÖDP/Bürgerforum) bezog sich nicht auf die Ladesäulen, sondern auf die anvisierten Flächen. „Sind die Standorte schon endgültig?“, möchte er wissen. „Nein, das können wir schon noch diskutieren“, antwortet der Leiter der Gemeindewerke. Nicht die Ladesäulen und nicht die Standorte beschäftigen Franz Neuner (CSU), sondern die Kosten. In der Sitzungsvorlage heiße es, dass „man befürchtet, dass es teurer wird“, merkt Neuner an. Und tatsächlich wird in der Vorlage eine Gesamtinvestition in Höhe von 112 500 Euro bei einem Fördersatz von 80 Prozent – und somit ein Eigenanteil von 22 500 Euro – aufgeführt. Weiter heißt es aber: „Aufgrund der aktuellen Entwicklung beim Tiefbau gehen wir von einer Gesamtinvestition von 135 000 Euro aus.“ Was die Preisentwicklung im Tiefbau angehe, dachte Neuner, dass es wieder zurückgehe. Das sei nicht der Fall, wie Steingruber betont.

Neuner besteht schließlich darauf, die Kosten am Ende noch einmal vorgelegt zu bekommen. „Das muss man rechtlich auch“, sagt Beuting. Einstimmig votiert das Gremium dafür, den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität zu befürworten und dem Förderantrag zuzustimmen. Im Fall einer Förderungsauszahlung kann die Maßnahme umgesetzt werden.

Was den Standort in Seehausen anbelangt, so zeigt sich hier eine besondere Situation, die in einem separaten Tagesordnungspunkt vom Werkausschuss behandelt wird. Die Gemeinde Seehausen wolle eine Ladesäule mit zwei Ladepunkten im Ortsbereich installieren und betreiben lassen. „Seehausen hat angefragt, ob wir das nicht machen können“, berichtet Steingruber. Zwar können sich die Gemeindewerke vorstellen, in Seehausen eine Ladesäule zu errichten und auch erst einmal befristet zu betreiben. Voraussetzung wäre jedoch, dass die eben erwähnte Förderung für Ladesäulen dort ebenfalls greift, ist in der Sitzungsvorlage zu lesen. „Den Standort haben wir uns schon angesehen“, sagt der Leiter der Gemeindewerke. Es sei kein großes Risiko, „eher sogar ein Geschäftsmodell“, so Steingruber, der daher betont, dass es eine „Geschichte ist, die wir uns vorstellen können“. Abermals beschäftigen Neuner die Finanzen, „das kostet uns nichts?“, fragt er. Doch, „20 Prozent Eigenanteil“, antwortet Steingruber.

Einstimmig beschließt das Gremium, der Errichtung einer Ladesäule mit zwei Ladepunkten in der Gemeinde Seehausen durch die Gemeindewerke Murnau zuzustimmen. „Sollte die Ladesäule nicht gefördert werden, wird der Gemeinde Seehausen ein Angebot mit Kostenbeteiligung unterbreitet“, so der Wortlaut im Beschlussvorschlag.

Sollte in Seehausen eine Ladesäule für Elektrofahrzeuge errichtet werden, so wäre diese ein Novum, denn bislang lässt sich in der Gemeinde noch kein Strom tanken.

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