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Gemeinde Wessobrunn denkt über einen Erwerb mittels Erbpacht nach

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Die Gemeinde Wessobrunn verhandelt mit dem Kloster St. Ottilien wegen einer Übernahme des sanierungsbedürftigen Klosterguts per Erbpacht. © Roland Halmel

Wessobrunn – Bei der Bürgerversammlung im November letzten Jahres kam das Thema erstmals zur Sprache. Die Gemeinde Wessobrunn befasst sich mit der Übernahme des Klostergutes. Der in den Jahren 1884 bis 1886 gebaute Gutshof mit zahlreichen Wirtschaftsgebäuden und einem Herrschaftshaus, der oberhalb von Wessobrunn zwischen dem nördlichen Ortsrand und der Kreuzberg-Kapelle liegt, soll mittels einer Erbpacht vom bisherigen Besitzer, dem Kloster St. Ottilien, erworben werden.

Die Mönche, die den Gutshof 1917 gekauft hatten, bewirtschafteten ihn bis vor 22 Jahren mit rund 20 Klosterbrüdern. Mangels Nachwuchs wurde die Bewirtschaftung dann eingestellt und das Gut verpachtet. Die anschließende Milchviehhaltung endete 2002.

Danach erfolgte eine Umstrukturierung. Der Acker- und Forstbetrieb wird weiter von Sankt Ottilien aus betreut. Die historischen Stallgebäude wurden zum Teil an Künstler vermietet. An den Gebäuden nagt aber unübersehbar der Zahn der Zeit. Nicht zuletzt weil großer Sanierungsbedarf besteht, sind die Mönche nicht abgeneigt, das Klostergut abzugeben.

Das brachte wiederum die Gemeinde auf die Idee, als möglicher Übernahmekandidat aufzutreten. „Damit es nicht irgendein Investor kauft“, erklärte Bürgermeister Helmut Dinter bei der letzten Gemeinderatssitzung in der Bürger-Viertelstunde auf Nachfrage.

Die Gemeinde selbst will das historische Ensemble jedoch nicht kaufen, sondern mittels einer Erbpacht übernehmen. „Die Vertragsbestandteile werden in nicht-öffentlicher Sitzung behandelt“, hielt sich der Rathauschef mit weiteren Aussagen zu dem Thema aber zurück. Was mit den Klostergut passiert, sofern Wessobrunn den Zuschlag bekommen sollte, ist allerdings noch offen. „Ich kann mir aber gut vorstellen, dass wir einen Arbeitskreis bilden, ähnlich wie beim ‚Keller-Liesl-Haus‘, der sich dann Gedanken über die zukünftige Nutzung macht“, fügte der Bürgermeister abschließend zur Erklärung an.

Von Roland Halmel

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