Mehr Einnahmen?

Wessobrunner denken über Zweitwohnungssteuer nach

Der Parkplatz „Hollabruck“ nördlich der Klostermauer.
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Der Parkplatz „Hollabruck“ nördlich der Klostermauer ist unter der Woche nur von wenigen Autos belegt. Am Wochenende ist dagegen kaum ein freier Platz zu finden.
  • Roland Halmel
    vonRoland Halmel
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Wessobrunn – In Zeiten rückläufiger Einnahmen und damit kleiner werdender Haushaltsmittel denken die Gemeinden über alternative und neue Wege nach an Geld zu kommen. 

Zwei mögliche Ideen, eine Zweitwohnungssteuer und Parkscheinautomaten, wurden zuletzt in Wessobrunn diskutiert. Gemeinderat Leopold Hahn machte sich zu den beiden Themen bei Thomas Schwarzenberger, dem Bürgermeister der Gemeinde Krün, schlau. In der Kommune im Werdenfelser Land werden beide Instrumente schon seit Jahren genutzt, um die Gemeindefinanzen aufzubessern. „Bei der Zweitwohnungssteuer nehmen sie zwischen 120 000 bis 140 000 Euro ein, wobei der Aufwand für die entsprechenden Bescheide hoch ist“, berichtete Hahn. Um alles rechtskonform abzuwickeln benötigt die Gemeinde Krün dafür rechtlichen Beistand, was laut Hahn die Einnahmen etwas schmälert. „Krün hat die Steuer aber hauptsächlich als Steuerungsinstrument eingeführt, da es für die Einheimischen kaum bezahlbaren Wohnraum gibt“, führte Hahn aus. Im Gegensatz dazu sind die 15 Parkscheinautomaten, die es in Krün schon seit über einem Jahrzehnt gibt, hauptsächlich zur Aufbesserung des kommunalen Geldbeutels gedacht. Rund 100 000 Euro bringen die Automaten im Jahr, wodurch sich die Anschaffungskosten, die je nach Ausführung zwischen 5 000 bis 6 000 Euro liegen, schnell amortisiert haben. „Die Automaten sind sehr robust und haben kaum Wartungsbedarf“, hat Hahn vom Krüner Rathauschef erfahren.

„Am Wochenende war bei der Mehrzweckhalle und an der ‚Hollabruck‘ beim Kloster fast alles zugeparkt“, gab es für Gerlinde Sterr auch gleich zwei mögliche Standorte in Wessobrunn, die ihrer Meinung nach für die Aufstellung von Parkautomaten geeignet wären. „Was machen wir dann aber an der Mehrzweckhalle, wenn Corona vorbei ist und wenn dort wieder normaler Sportbetrieb ist“, wandte Gerhard Schelle ein. Die „Hollabruck“, also der Bereich nördlich des Klosters, an dem auch viele Besucher der Tassilo-Linde parken, sahen die Gemeinderäte als eher geeignet und soll eventuell ins Auge gefasst werden. Als nächsten Schritt wird Hahn mit dem Hersteller der Automaten, der Firma Bremicker in Weilheim, Kontakt aufnehmen. Der aktuelle „Ausflügler-Hotspot“ in der Gemeinde, der Eibenwald, bei dem regelmäßig die Parkplätze überquellen, wird dagegen nicht näher betrachtet. „Der gehört uns nicht“, erklärte Bürgermeister Georg Guggemos auf Nachfrage.

Der Wessobrunner Rathauschef hatte zudem die Zahlen von Zweitwohnungssitzen in der Gemeinde, es sind aktuell 116, parat. „Uns sollte es da aber um die abgetrennten Wohnungen gehen, die für ein paar Wochen im Jahr von Urlauber, beispielsweise aus Nordrhein-Westfalen, genutzt werden“, sieht Hahn aber eine deutlich kleinere Zahl an Betroffenen der Zweitwohnungssteuer. „Wir wollen ja nicht Studenten und Auszubildende, die bei ihren Eltern als Zweitwohnsitz gemeldet sind, zur Kasse bitten“, stellte Hahn klar. „Das werden wir in der Verwaltung klären und dann diskutieren wir noch mal drüber“, erklärte Guggemos abschließend.

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