Etat liegt bei knapp sechs Millionen Euro

Wessobrunns Einnahmen und Haushalt schrumpfen

Taschenrechner und Geldscheine
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Wessobrunns Einnahmen und Haushalt schrumpfen.

Wessobrunn – Nicht nur wegen der Corona-Pandemie dauerte es in Wessobrunn in diesem Jahr etwas länger den Haushalt für 2020 aufzustellen.

Auch der Wechsel auf dem Kämmererposten, erst im Frühjahr trat die aktuelle Finanzchefin der Klostergemeinde Anett Bauer-Wunderlich ihren Job an, sorgte dafür, dass der Etat erst in der vorletzten Sitzung des Jahres unter Dach und Fach gebracht wurde. „Coronabedingt dauerte es mit den nötigen Schulungen etwas, aber für den Haushalt 2021 gelobe ich Besserung. Den werden Sie früher zu Gesicht bekommen“, versprach Bauer-Wunderlich bei der Vorstellung des Zahlenwerks.

„Der Haushalt gilt ja eigentlich nur einen Monat“, erklärte Bürgermeister Georg Guggemos, der den Gemeinderat schon auf eine schwierige Aufstellung des nächsten Budgetplans einstimmte. „Da sollte es heißen Pflicht vor Kür“, ergänzte Bauer-Wunderlich, die für das laufende Jahr beim Verwaltungshaushalt 4,92 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt 1,06 Millionen Euro ansetzte.

Die Auswirkungen von Corona auf die Finanzkraft der Klostergemeinde waren im vergangenen Jahr bereits deutlich auf der Einnahmenseite zu spüren. Alleine bei der Gewerbesteuer, bei der die Hebesätze genauso wie bei der Grundsteuer unverändert blieben, gab es einen Einbruch von 1,3 Millionen Euro auf jetzt nur noch 900 000 Euro. „Da sieht man, was das für Dimensionen sind“, erklärte die Kämmerin, die noch nicht abschätzen kann, wie sich die Pandemie auf 2021 auswirkt. „Ich bin noch auf der Suche nach einer Glaskugel, die mir das sagen kann.“ Sie rechnet aber mit weiteren Steuerausfällen. „Wir hoffen natürlich auf einen ‚Nach-Corona-Boom‘, damit können wir aber nicht kalkulieren.“

Gesamthaushalt5 980 610 Euro (Vorjahr: 6 244 310 Euro)
Verwaltungshaushalt4 919 260 Euro (4 834 590 Euro)
Vermögenshaushalt1 061 350 Euro (1 409 270 Euro)
Schuldenstand 31.12.20201 015 000 Euro (1 170 000 Euro)

Als große Belastung erachtet Bauer-Wunderlich einmal mehr die Kreisumlage, die sich in 2020 auf 1,4 Millionen Euro belief. Bei den Investitionen im vergangenen Jahr ging die Gemeinde recht vorsichtig zu Werke. Der größte Brocken waren 85 000 Euro für den Breitbandausbau sowie jeweils 80 000 Euro für die Sanierung von Liegenschaften und Straßenbau. Für den Kanalbau, die Schule, den Kindergarten, die Feuerwehren, die Wasserversorgung sowie die Planungskosten von Vereinsheim und Keller-Liesl-Haus nahm Wessobrunn zusammen rund 86 000 Euro in die Hand.

„Wir müssen für den Haushalt nichts aus den Rücklagen entnehmen, das schaut im nächsten Jahr anders aus“, berichtete Bauer-Wunderlich. Allerdings schrumpfte die Zuführung aus dem Vermögenshaushalt an den Verwaltungshaushalt auf knapp 52 000 Euro zusammen. Im Vorjahr lag der Wert noch sechsmal höher.

Der Schuldenstand der Gemeinde sank durch die reguläre Tilgung auf 1,015 Millionen Euro. „Neue Kredite sind für nächstes Jahr eingeplant, sie müssen aber nicht genommen werden“, hofft Bauer-Wunderlich ohne zusätzliche Schulden durch die Corona-Krise zu kommen.

Abschließend gab sie dem Gremium, das das Zahlenwerk einhellig absegnete, noch einen guten Rat mit auf dem Weg: „Bitte noch sorgfältiger auf die Ausgaben achten.“

Von Roland Halmel

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