Wider das Vergessen

Fischens Bürgermeister, Edgar Rölz, erläuterte die Bedeutung der Gedenkstele bei Langenwang. Foto: Josef Gutsmiedl

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JOSEF GUTSMIEDL, Fischen - Eine Gedenkstele erinnert jetzt im Wald bei Fischen-Langenwang an das Außenlager des KZ Dachau und an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft. Das Jahr 2010 stand für die Gemeinde Fischen ganz im Zeichen des 1150-jährigen Ortsjubiläums. Dennoch, so fand der Festausschuss, sollte auch das Thema Nationalsozialismus nicht ausgespart bleiben. Naheliegend daher, dass der Plan für eine Gedenkstätte für die Opfer der Gewaltherrrschaft, die auch im Oberallgäu präsent war, weiter verfolgt wurde. Hautnah kam der Schrecken des NS-Terrors nach Fischen, als im November 1944 ein Außenlager des KZ Dachau in die Gebäude der ehemaligen Textilfabrik bei Langenwang verlegt wurde. Rund 300 Häftlinge und Zwangsarbeiter stellten hier für die Rüstungsindustrie Teile für Messerschmitt-Kampfflugzeuge her. In drei Barracken wurden die Häftlinge untergebracht - bewacht von 18 SS-Soldaten. In den letzten Kriegstagen zogen die Bewacher ab und überließen die Gefangenen ihrem Schicksal. Bislang erinnert nur noch eine Rampe an der Bahnlinie an das Lager. „Ein angemessenes Objekt zu entwerfen und zu gestalten, war ein langer Weg“, erinnert sich Bürgermeister Edgar Rölz an die Vorgeschichte. Den Zuschlag erhielt der Entwurf des Grafik-Designers Andreas Koop aus Nesselwang. Die Stele aus Aluminium will in einer vielfältigen Symbolik auf das Unrecht und die Gewalt hinweisen, die die Opfer hier erlitten; aber auch auf die Hoffnung und die Verantwortung, dass sich so etwas niemals wiederholen dürfe. Eine schlichte Inschrift skizziert die Geschichte des Außenlagers.

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