Damit es im Wald wächst und gedeiht

Wie viel Wild darf geschossen werden? Forstverwaltung prüft Wildverbiss an jungen Bäumen

FörsterInnen des AELF Weilheim bei der Baumbeschau.
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FörsterInnen des AELF Weilheim sind in den kommenden Wochen unterwegs, um junge Waldbäume auf Wildverbiss hin zu kontrollieren. Wenn Abstände nicht eingehalten werden können, müssen Förster, Waldbesitzer und Jäger auch im Wald eine Maske tragen.
  • vonStephanie Novy
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Weilheim/Landkreis – Die FörsterInnen des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Weilheim erheben in den kommenden Wochen wieder den Zustand der Waldverjüngung.

Es ist eine Mammutaufgabe, die vor den Mitarbeitern des AELF Weilheim liegt: Von der Zugspitze bis vor die Tore Münchens reicht der Zuständigkeitsbereich. An 840 systematisch über das Gebiet verteilten Stichprobenpunkten kontrollieren die FörsterInnen in den nächsten Wochen junge Waldbäume.

Neben moderner Technik wie GPS-Gerät und robusten Outdoor-Computern die wichtigste Ausrüstung: „Feste Wanderstiefel, Meterstab – und gute Ausdauer“, fasst Markus Hildebrandt zusammen. Als Leiter des Bereichs Forsten ist er für die Planung des Vegetationsgutachtens am AELF zuständig.

Mit einer wissenschaftlich fundierten Methode wird ermittelt, wie stark der Verbiss durch Reh, Hirsch und Gams den jungen Bäumchen zusetzt. Diese Informationen sind Grundlage für die Abschussplanung, also wie viel Wild geschossen wird. Ziel dabei ist das Aufwachsen einer neuen, an den Klimawandel angepassten Waldgeneration zu ermöglichen.

Alle drei Jahre erhebt die Bayerische Forstverwaltung den Zustand der Waldverjüngung. Besonders im Fokus: Bäumchen von zwanzig Zentimeter bis etwa 1,30 Meter Höhe. Diese sind am stärksten gefährdet, vom Wild geschädigt zu werden. „Verbiss ist erstmal etwas ganz Natürliches. Aber wenn durch zu viel Verbiss bestimmte Baumarten nicht mehr groß werden können, verlieren wir Artenvielfalt und Klimastabilität im Wald der Zukunft. Dann muss gegengesteuert werden“, bringt es Hildebrandt auf den Punkt.

Für das Gegensteuern sind neben den Waldbesitzern vor allem auch die Jäger zuständig. Deswegen auch der dreijährige Turnus: Ebenfalls alle drei Jahre werden neue Abschusspläne für das Rehwild als häufigste Wildart in den Wäldern erarbeitet. Wichtige Grundlage: Der im faktenbasierten sogenannten Vegetationsgutachten erfasste Zustand der Waldverjüngung.

Wo Wildbestand und Lebensraum noch nicht im Einklang sind, müssen die Revierinhaber ihre Abschussplanung anpassen. Während die Stichprobenpunkte Daten auf Ebene der Hegegemeinschaften als Zusammenschluss mehrerer Jagdreviere bieten, erstellt das AELF Weilheim zusätzlich noch ergänzende revierweise Kurzgutachten für jedes einzelne Jagdrevier.

In den letzten Jahren konnten in rund der Hälfte der Jagdreviere bereits wichtige Erfolge erzielt werden, schreibt das AELF und weiter: „Wo engagierte Waldbauern und waldfreundliche Jäger zusammenarbeiten, wächst ein gesunder Mischwald heran.“ Gerade verbissempfindlichen Baumarten wie Tanne, Bergahorn und Eiche kommen dabei im Klimawandel große Bedeutung zu.

Um die Transparenz des Verfahrens zu gewährleisten, bietet die Forstverwaltung den Interessengruppen üblicherweise viele Beteiligungsmöglichkeiten. Dieses Jahr funktioniert dies wegen Corona nur stark eingeschränkt: „Auf eine große Auftaktveranstaltung müssen wir dieses Jahr verzichten. Und im Gelände dürfen höchstens je ein Vertreter des Waldbesitzes und der Jagd mitgehen“, erklärt Hildebrandt.

Dabei muss Abstand gehalten und wenn das nicht möglich ist Maske getragen werden. Auch wenn man im Freien unterwegs ist. „Wer sich nicht an die Spielregeln hält, kann nicht mit dabei sein“, stellt Hildebrandt klar. Gesundheitsschutz für Mitarbeitende und Interessenvertreter habe absoluten Vorrang.

Von Kreisbote

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