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Wielenbach: Infoveranstaltung der Bürgerinitiative „B2 Ausbau Oberland“

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Von: Bianca Heigl

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Bürgerinitiative Wielenbach informiert zum B2 Ausbau
Im vollbesetzten Feuerwehrhaus informierte die Bürgerinitiative Wielenbach „B2 Ausbau Oberland“ über die Planungen. © Heigl

Wielenbach – Die Bürgerinitiative „B2 Ausbau Oberland“ informierte kürzlich im Wielenbacher Feuerwehrhaus. Mehr als 120 interessierte Bürger – nicht nur aus der Gemeinde selbst – waren zu diesem Abend gekommen.

BI-Sprecher Martin Adler begrüßte die Gäste, darunter Erster Bürgermeister Harald Mansi, Gemeinderäte, Weilheims Dritter Bürgermeister Alfred Honisch und die Referenten des Abends, Stefan Schwaller von der Weilheimer BI „Heimat 2030“, sowie Stefan Grahl und Astrid Schamper von seiner eigenen BI. Bürgermeister Mansi betonte in seinem kurzen Grußwort, dass er stolz ist, was hier innerhalb kürzester Zeit auf die Beine gestellt worden sei. Er dankte den Aktiven in der BI und gab auch seine eigene Meinung als Privatperson kund: „Das brauchen wir nicht!“

Schwaller von „Heimat 2030“ informierte dann über den Bundesverkehrswegeplan 2030, der eine Bedarfskalkulation unter Berücksichtigung der Bevölkerungszunahme, wachsender Infrastruktur und unter vieler anderer Faktoren sei. Er prognostizierte eine Emissionszunahme bei Ausbau der B2 und Wegfall der Geschwindigkeitsbegrenzung. Sein Fazit: „Es wird eine deutliche Verkehrszunahme geben und damit wird es auch wegen der höheren Geschwindigkeiten viel lauter. Das trifft die Anwohner und die Erholungsflächen werden reduziert.“ Die Begründung des Ausbaus der Strecke wegen der Unfallhäufigkeit hielt er in Anbetracht der tatsächlichen Zahlen aus der Unfallstatistik zwischen Weilheim-Nord und unterem Hirschberg für nicht angemessen.

Spontan zur BI dazugestoßen ist Grahl, der die bereits genehmigte Planung an der Abfahrt Tutzing sowie die Planungen auf Höhe Wielenbach-Wilzhofen, die noch nicht genehmigt sind, vorstellte. Der erste Abschnitt bei der Tutzinger Abfahrt könnte im Herbst begonnen werden, da bereits die Genehmigung erteilt ist. Jedoch hat hier die Klage der Gemeinde Wielenbach, die eingereicht wurde, derzeit aufschiebende Wirkung. Begründet wurde die im Gemeinderat einstimmig beschlossene Klage laut Mansi mit der trennenden Wirkung und der Zerstörung des Landschaftsbildes. Die geplante Verkehrsführung zwischen Wilzhofen und Wielenbach kritisierte Grahl scharf, da hier komplizierte Wege vorgesehen seien: „Da braucht man dann ein Navi“, so das BI-Mitglied.

Schamper stellte dann kurz die Bürgerinitiative vor, der cirka 60 Personen angehören. Erster Schritt war die Einleitung einer Petition, für die bislang mehr als 800 Unterschriften geleistet wurden; benötigt werden 1 400. Als nächstes erstellte die BI einen Flyer, der über die Planungen an der B2 informiert. Die Info-Veranstaltung selbst war der dritte Schritt der Arbeit. Sie selbst betonte, dass der immense Flächenfrass für den Ausbau – „da passen 200 Wohnungen, 80 Häuser oder drei Fußballplätze drauf“ – für sie nicht akzeptabel sei. Stattdessen müsste mehr in den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs investiert werden. Auch die geschätzten Kosten von 14,6 Millionen Euro seien viel zu hoch.

Im anschließenden Frageteil hatten die Besucher das Wort. So wurde nach den Unfallursachen an der Tutzinger Einmündung gefragt. Teilweise handle es sich hier um Kreuzungsunfälle, die tödlichen Unfälle im dreispurigen Bereich der B2 seien teils dem Alkohol, teils der Geschwindigkeit geschuldet. Die Frage nach einer Beteiligung des Bund Naturschutz konnte die BI bejahen, denn dieser ist mit im Boot beim Flyer. Die BI selbst, auch das wurde betont, ist überparteilich. Zur Unterstützung der Petition plant die Initiative auch Kontakt mit Weilheim aufzunehmen, denn „1 400 Unterschriften aus Wielenbach – das ist sportlich!“, so Adler. Er sieht es als erste Priorität, Öffentlichkeit zu erzeugen, denn die Maßnahme könne nur politisch verhindert werden. „Wir müssen zugeben, dass wir es verschlafen haben, da schon der Planfeststellungsbeschluss gefasst wurde!“ Ihm war es auch wichtig zu betonen, dass die BI nicht gegen das Auto oder für einen Rückbau der B2 zum Feldweg kämpft: „Wir sagen nur nein zum dreispurigen Ausbau!“

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