Zum Schutz vor Hochwasser

Wildwuchs im Tiefenbach ausgemäht

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Das Bachbett wird in Handarbeit sauber gemacht: Von links Tobi Weinzierl, Karl Buchberger, Max Tafertshofer, Johannes Wohlleben und Ludwig Betz.

Polling – Auf der Fahrt durch den Klosterort bot sich kürzlich eine nicht alltägliche Szene: Im Tiefenbach standen vier Männer und schwangen kraftvoll ihre langen Sensen. Das Wasser reichte ihnen dabei kaum bis zu den Knien. Die Pollinger haben aber auch ein anderes Bild vor Augen, denn das letzte Hochwasser im Ort liegt nur wenige Wochen zurück.

Erst Mitte Juni hatte der Bach nach starkem Regen angrenzende Wiesen und Keller geflutet. Das von der Gemeinde in Auftrag gegebene Ausmähen einmal im Jahr in dem Bereich zwischen Etting und der Staatsstraße Weilheim-Peißenberg dient dem Hochwasserschutz. „Heuer ist der Pflanzenwuchs im Tiefenbach extrem“, stellte Max Tafertshofer, einer der Mäher, fest. Das dadurch aufgestaute Wasser führt zu einem höheren Pegelstand und kann nach heftigen Regenfällen ein Hochwasser zur Folge haben. Anwohner müssen das immer wieder leidvoll erfahren. Die Feuerwehr ist dann im Dauereinsatz.

Bei der jährlichen Mähaktion wird das Pflanzgut durch die Strömung in ein Gitter getrieben und mit Rechen herausgefischt. Danach kann der Tiefenbach wieder ungehindert weiter fließen. Im Anschluss an die Mäharbeiten wird von Mitte August bis Mitte September ein Teil des Tiefenbachs im Ortsbereich entschlammt. „Ein Bagger entfernt die Sedimente bis zur Bachsohle“, berichtete Walter Hildebrandt. Wie der Geschäftsstellenleiter im Pollinger Rathaus dem Kreisboten weiter erklärte, sind diese Maßnahmen mit den Fachbehörden und Fischern abgestimmt.

Das ökologisch sensible Projekt – im Uferbereich sind seltene Pflanzen und Uferbrüter angesiedelt – wird von einem Biologen und der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt begleitet. Für das Gewässer wird derzeit in Kooperation mit dem Wasserwirtschaftsamt ein Oberflächenkonzept erstellt, das den Hochwasserschutz mit einschließt. Woher kommt der Tiefenbach? Er tritt als unterirdischer Abfluss des Riegsees östlich der B 2 in Etting erstmals an die Oberfläche und mündet dann beim Naturfreundehaus in Weilheim in die Ammer.

Maria Hofstetter

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