FDP will Bürgern mehr zuhören – Minister Zeil: "In Weilheim wird für, nicht gegen Bahnhöfe demonstriert"

V. li.: Dr. Volker Koschay, FDP-Kreisvorsitzender, Kurt Dörr, Sprecher der Weilheimer Agenda 21, AK Mobilität und Verkehr, Wirtschaftsminister Martin Zeil, Weilheims 2. Bürgermeister Ingo Remesch und FDP-Stadtrat Walter Hüglin bei der Übergabe der Resolution zum Weilheimer Bahnhof. Foto: Gsöll

Aufgrund der aktuell stark rückläufigen Umfragewerte hatte der FDP-Kreisvorsitzende Dr. Volker Koschay nicht mit so vielen Gästen gerechnet. Doch waren es etwa 80 Besucher, die sich am vergangenen Donnerstag zum Neujahrsempfang des Liberalen-Kreisverbandes in der „Schießstätte“ einfanden.

Die FDP in Bayern hat bei den Wählern stark an Ansehen einbüßen müssen. Kamen sie vor einem Jahr noch auf elf Prozent, hätten sie derzeit bei einer Landtagswahl sechs Prozent in Aussicht, wie aus der kürzlich veröffentlichten BayernTrend-Umfrage des Bayerischen Rundfunks hervorgeht. „2010 war kein leichtes Jahr für die FDP“, gab auch Koschay zu. Grund dafür seien die hohen Erwartungen der Wähler, die jedoch nur zum Teil erfüllt werden konnten. Koschay macht dafür vor allem die Unstimmigkeiten innerhalb der Koalition verantwortlich. Besonders „an der Basis“ sei die große Enttäuschung zu spüren. Wichtig sei deshalb, den Bürgern besser zuzuhören. „Dafür eignen sich Veranstaltungen wie die heutige besonders“, so Koschay. Auch Renate Will, bildungspolitische Sprecherin im Landtag, ermahnte ihre Parteikollegen, nicht an den derzeitigen Umfragewerten zu verzagen, sondern „jede Sekunde zu nutzen, uns aus dem Tief herauszuarbeiten“. Es müsse ein stärkerer Fokus auf soziale Gerechtigkeit gelegt werden. Bildungspolitisch sei vor allem das Schaffen wertvoller Alternativen zu Gymnasium und Realschule wichtig. Ein herausragendes Beispiel gebe es laut Will in Weilheim bereits: „Die Oberlandschulen bieten Jugendlichen eine gute Perspektive.“ „Messen sie uns nicht an dummem Geschwätz, das auch aus den eigenen Reihen in die Medien transportiert wird, sondern an den Ergebnissen“, war die Aufforderung Martin Zeils, bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie an die Wähler. Abgerechnet werde schließlich bei der Wahl 2013. Nach Weilheim komme er gern, weil „hier für und nicht gegen Bahnhöfe demonstriert wird“. Anlass zu dieser Aussage war die Resolution der Weilheimer Agenda 21, die deren Sprecher Kurt Dörr dem Minister übergeben hatte. Darin appellieren die Agenda-Mitglieder an Zeil, sich dem „Problem Weilheimer Bahnhof“ persönlich anzunehmen und sich für eine schnelle Modernisierung und das Schaffen barrierefreier Zugangsmöglichkeiten einzusetzen. „Der Bahnhof ist in einem extrem schlechten und verwahrlosten Zustand – bei täglich etwa 7 000 Fahrgästen die dort ein-, aus- und umsteigen ist die derzeitige Situation absolut nicht tragbar“, betonte Dörr die Dringlichkeit einer umfassenden Bahnhofs-Erneuerung. Konkret fordert die Agenda barrierefreien Zugang zu allen Bahnsteigen und Einstieg in die Züge (erhöhte Bahnsteige), einen modernen Busbahnhof, mehr, bessere und überdachte Fahrradständer, Renovierung der sanitären Anlagen und den Bau einer Behindertentoilette. „Wir haben kein Verständnis für den endlosen Bürokratismus, der bisher jedes Vorhaben ausgebremst hat. Jetzt haben sie die Gelegenheit den Bürgern zuzuhören und sich um ihre Belange zu kümmern. Tun sie es!“, war Dörrs Forderung. Zeil versprach alles zu tun, um den Weilheimer Bahnhof in den Griff zu kriegen“. Denn eine moderne Infrastruktur sei notwendig, damit ein Land lebenswert bleibt.

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